Wettbewerbsrecht

Nike Werbung führt Verbraucher in die Irre

Wie das OLG Hamburg mit seinem Urteil vom 19.01.2015 (5 U 203/11) entschieden hat, stellt die Werbung des Sportartikelherstellers Nike für einen Fußballschuh eine Irreführung des Verbrauchers dar.

 Nike Werbung führt Verbraucher in die Irre©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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In dem von dem OLG Hamburg zu entscheidenden Fall ging es um die Frage, ob der Sportartikelhersteller Nike bei der Werbung für einen Fußballschuh prominente Fußballspieler abbilden darf, obwohl diese ein solches Modell tatsächlich nicht tragen. Sowohl in Online- als auch in Printanzeigen wurde mittels einer Fotomontage zunächst der entsprechende Fußballschuh abgebildet, und im Hintergrund international bekannte Fußballer wie Kaka, van Bommel, van Persie, Henry und Weitere gezeigt. Diese Fotomontage wurde zusätzlich mit dem Werbetext: „Verbessere dein Spiel mit Nikefootball+ Bist du bereit für die Elite?“ abgelichtet.

Irreführung, wenn abgebildete Fußballer tatsächlich andere Schuhe tragen?

Bei der dargestellten Werbung war nun zu klären, ob es sich um eine Irreführung handelt, wenn die abgebildeten Profifußballer in Wirklichkeit andere Fußballschuhe tragen. Bereits das Landgericht hatte den entsprechenden Sportartikelhersteller zur Unterlassung, Zahlung von Schadensersatz sowie der Zahlung von Rechtsanwaltsgebühren verurteilt.

OLG Hamburg geht von Irreführung aus

Gemäß § 5 UWG geht das OLG Hamburg davon aus, dass die hier in Frage stehende Werbung geeignet sei, bei dem Verkehrskreis irrige Vorstellungen hervorzurufen. Durch eine solche Irreführung bei den Verbrauchern werde die Marktentschließung in wettbewerblich entscheidender Art und Weise beeinflusst. Auf Seiten des angesprochenen Kundenkreises werde der Eindruck erweckt, die hier dargestellten Fußballprofis würden tatsächlich den Schuh des beklagten Sportartikelherstellers benutzen.

Private Werbeverträge der Spieler irrelevant

Entscheidend für die Klärung der irreführenden Werbung sei dabei, in welchen Modellen die Fußballprofis in den jeweiligen Fußballvereinen tätig seien. Durch die Entscheidung des Gerichts wurde verdeutlicht, dass individuelle Werbeverträge der hier abgebildeten Fußballer irrelevant seien, da es nur darauf ankomme in welchen Modellen sie tatsächlich ihrer Arbeit nachkommen und somit von der Öffentlichkeit wahrgenommen werden.(THS)

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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