Wettbewerbsrecht

Kaufland: Irreführende Platzierung von Testurteil

Wer Werbeprospekte für das eigene Unternehmen herausgibt, sollte gerade bei der Platzierung von Testurteilen der Stiftung Warentest sehr genau sein.


Das LG Heilbronn hat eine Werbung der Kaufland Warenhandel GmbH & Co. KG, die mit dem Qualitätsurteil „Sehr Gut“ für Hundefutter geworben hatte, als irreführend beurteilt.
In der wöchentlichen Zeitschrift „Tip der Woche“ hatte das Unternehmen Kaufland für Hundefutter der Marke Pedigree geworben. Abgebildet waren sowohl Trocken- als auch Feuchtfutter, zwischen den beiden Produkten prangte das Logo der Stiftung Warentest mit dem Urteil „Sehr Gut“. Das Urteil war allerdings nur dem Trockenfutter verliehen worden, so die Meldung der Verbraucherzentrale Bundesverband.

Dagegen hatte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Klage wegen Irreführung eingereicht. Nach Ansicht des Gerichts könne aufgrund der Gestaltung der Anzeige der Verbraucher annehmen, dass beide Produkte mit der Bestnote bewertet wurden.

Die Gefahr der Irreführung sei somit gegeben, denn nur bei genauer Prüfung des Urteils könne man erkennen, dass einzig das Trockenfutter so benotet wurde. Zudem sei eine klare und eindeutige grafische Lösung sehr einfach gewesen, so das Urteil der Richter. (LG Heilbronn vom 12.01.2012 (8 O 381/11 Hä), nicht rechtskräftig).

Die vollständige Urteilsbegründung finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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