Wettbewerbsrecht

Irreführende Werbung: Experimente können wettbewerbswidrig sein

Verbrauchern darf nicht in einem Werbefilm durch einen Versuch vorgegaukelt werden, dass ein Produkt ausgeprägt über eine bestimmte Eigenschaft verfügt. Ansonsten ist diese Werbung irreführend. Dies hat das OLG Köln klargestellt.

irreführung, werbung

©liveostockimages-Fotolia

Vorliegend ging es um die Werbung für ein Spülmittel. Der Hersteller zeigte u.a. in einem Werbevideo ein Experiment. Darin tauchte er zwei Teller in ein Gefäß mit ölverschmiertem Wasser. Diese waren zuvor mit einem blauen und grünen Spülmittel benetzt worden. Daraufhin sammelte sich das Spülmittel auf der Seite, auf der sich das blaue Spülmittel befand. Dies wurde dann wie folgt kommentiert: „G kämpft am besten gegen Fett“.

Gegen diese Werbung ging ein Konkurrent im Wege der Klage vor.

Hierzu entschied das Oberlandesgericht Köln mit Urteil vom 19.04.2013 (Az.: 6 U 206/12), dass diese Art von Werbung irreführend ist. Die Irreführung ergibt sich daraus, dass den Verbrauchern vorgespiegelt wird, dass dieses Experiment als wissenschaftlicher Nachweis für die Wirksamkeit dient. Der Versuch wird jedoch diesen Anforderungen nicht gerecht. Von daher ist diese Werbung wettbewerbswidrig.

Unternehmen sollten mit dem Zeigen von physikalischen Experimenten innerhalb von Werbung vorsichtig sein. Die damit getätigte Werbeaussage muss durch den gezeigten Versuch auch wirklich nachgewiesen werden können.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.