Wettbewerbsrecht

Influencer Abmahnungen per E-Mail – „mynelli“ mahnt über FAREDS ab

Derzeit erreichen uns vermehrt Abmahnungen der Kanzlei FAREDS, in denen Influencern Schleichwerbung vorgeworfen wird. Die Abmahnungen erreichen Betroffene per E-Mail. Dies ist zwar ungewöhnlich, in diesem Fall aber unbedingt ernst zu nehmen! Haben Sie eine Abmahnung erhalten? Dann gilt es Ruhe bewahren und nicht ungeprüft die Unterlassungserklärung unterschreiben. Bei uns erhalten Sie eine kostenlose Erstberatung.

SONY DSC

Influencer Abmahnungen scheinen derzeit ein lukratives Geschäft zu sein für Abmahner wie Wettbewerbsverbände und Mitbewerber. Nun tritt auch die aus dem Filesharing bekannte Abmahn-Kanzlei FAREDS als rechtliche Vertretung der Abmahner aufs Feld.

Derzeit kontaktieren uns einige Influencer, die eine Abmahnung der Kanzlei FAREDS per E-Mail erhalten haben. Abmahnender Wettbewerber ist die in der Abmahn-Branche bekannte Firma mynelli.com. Die Betroffenen, die derzeit Abmahnungen erhalten haben, sind allesamt Influencer mit mehr als 10.000 Followern. Die Kanzlei verlangt jeweils eine Summe von weit über 1.000 Euro sowie die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungsverpflichtungserklärung. Die Frist von einer Woche ist zwar äußerst knapp bemessen, allerdings nicht unüblich.

Vorgeworfen werden ihnen vermeintliche Verstöße wegen Schleichwerbung in dem sozialen Netzwerk Instagram. Bemängelt wird die fehlende Kennzeichnung von Instagram-Posts, die angeblich werblichen Inhalt hätten. Dies solle zu einem Verstoß gegen § 6 Telemediengesetz (TMG) sowie gegen § 5a Abs. 6 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) führen.

Zudem wird angeführt, es liege ein Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen von Instagram vor, die u.a. jegliche irreführende Aktivitäten untersagen. Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass das soziale Netzwerk Konsequenzen gegen den Influencer ziehen und entsprechende Inhalte löschen könne bis hin zu einer Account-Deaktivierung bzw. dauerhaften Sperrung.

Sie sind von FAREDS abgemahnt worden? Wir helfen Ihnen!

Obwohl diese Abmahnungen per E-Mail kommen, sind sie dennoch ernst zu nehmen! Die Abmahn-Kanzlei FAREDS ist dafür bekannt, kaum individualisierte Standard-Abmahnungen auf diesem Wege zu verbreiten. Dies bedeutet aber nicht, dass die darin enthaltenen Vorwürfe nicht berechtigt sein könnten.

Haben Sie eine solche Abmahnung erhalten? Dann gilt es, Ruhe zu bewahren und nicht vorschnell zu handeln. Dem Schreiben liegt eine vorgefertigte strafbewehrte Unterlassungserklärung bei. Diese sollten Sie keinesfalls einfach unterschreiben, da dies rechtliche Nachteile für Sie haben könnte.

Gern beraten wir Sie in einem kostenlosen Erstgespräch über Ihre nächsten Handlungsmöglichkeiten. Ihre Ansprechpartnerin ist Frau Rechtsanwältin Scarlett Lüning. Sie erreichen sie über luening@wbs-law.de.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertungen, Durchschnitt: 2,60 von 5)

RSSKommentare (4)

Kommentar schreiben

  1. Jan sagt:

    Hallo.
    Mich würde in diesem Zusammenhang interessieren, was passieren würde, wenn man (z.B. auf Grund eines Spamfilters) diese Abmahn-Emails niemals gelesen bzw. erhalten hat.
    Grade im Vergleich zu einem richtigen Brief, bei dem im Zweifel ja nachgewiesen werden kann, dass er zugestellt wurde, sehe ich bei einer Email nicht diese Möglichkeit.
    Wie soll hier fest gestellt werden, ob die Email einfach ignoriert oder tatsächlich nicht angekommen ist?

  2. Tobias sagt:

    Darf dieser Abmahner mir überhaupt unaufgefordert und ohne meine Einwilligung mittels Opt-In eine E-Mail schreiben und damit seine wirtschaftlichen/werblichen Interessen verfolgen? 😉

  3. Andreas sagt:

    Kann man mynelli.com nicht abmahnen? Der Datenschutz ist in Chrome nur über „more“ und einen unsichtbaren Link erreichbar. Außerdem ist ein Teil des Datenschutzes nicht lesbar, da dort der Footer mittendrin ist (wirklich eine wunderschöne Website ….).

    Hier: http://mynelli.com/datenschutz-widerspruch.html

    Man könnte auch einen Aufruf starten einfach mal DSGVO-Anfragen an die lieben Websitebetreiber zu schicken; vielleicht haben sie dann für anderen Mist weniger Zeit.

    Vielleicht könnte der Hoster (One.com A/S) auch den Vertrag kündigen, wenn man ihn freundlich darauf hinweist was das für Leute sind…

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.