Wettbewerbsrecht

Hotelbetreiber werben mit falschen Sternen

Hotelbetreiber werben immer mit ihren Hotelsternen. Die gültige Zertifizierung nach Maßgabe der Deutschen Hotelklassifizierung fehlt aber oft. Qualitätseinbuße und Mängel in Hotels sind häufig die Folge für den Verbraucher. Die Wettbewerbszentrale erhält deshalb täglich Beschwerden von Hotelgästen und erwirkt daraufhin einstweilige Verfügungen gegen diverse Hotelbetreiber.

Hotelbetreiber werben mit falschen Sternen   ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Hotelbetreiber werben mit falschen Sternen ©-Erwin-Wodicka-Fotolia

Die Vergabe von Hotelsternen erfolgt in Deutschland in einem einheitlichen und neutralen Verfahren durch die Deutsche Hotelklassifizierung des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA). Diese Sterne-Klassifizierung fehlt bei vielen Hotels. Trotzdem werben die Hotelbetreiber mit ihren Sternen.

Die Wettbewerbszentrale, die dieses Problem kennt, hält dieses Verhalten der Hotelbetreiber für irreführend für den Verbraucher. Sie erwirkte erst kürzlich vor dem Landgericht in Berlin einstweilige Verfügungen gegen mehrere Hotelbetreiber, die mit den Sternen geworben hatten, ohne die Deutsche Hotelklassifizierung überhaupt zu besitzen. Das Gericht verurteilte die Hotelbetreiber zur Unterlassung der Werbung mit den Sternen.

Werbung mit Sternen irreführend für den Verbraucher

Die Werbung mit einem Sternhinweis erweckt bei Verbrauchern den Eindruck, dass es sich gerade um eine DEHOGA-Sterneklassifizierung handelt. Der Hotelbetreiber muss gesondert daraufhin hinweisen, wenn die Sternevergabe auf einem anderen Standard beruht. Fehlt ein solcher Hinweis, liegt gerade eine Irreführung des Verbrauchers und damit ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht gemäß §§ 5 Abs. 1, 3 Abs. 1 UWG, § 3 Abs. 3 UWG i.V.m. Anhang Nr. 2 UWG vor.

Auch schon der Mitteldeutsche Rundfunk berichtete in seinem Beitrag vom 20.08.2013 „Die Sternelüge: Wie sich Hotels mit falschen Federn schmücken“, wie die Werbung mit Sternen, die tatsächlich so nie vergeben wurden, den Verbraucher in die Irre führt. Auch bei einer unterbliebenen Folgeklassifizierung können sich die Zustände im Hotel nach Ablauf der dreijährigen Gültigkeit der Zertifizierung verändert haben.

Bei der Hotelsuche kann man sich also nicht mehr auf die vom Hotel angegebene Sternbezeichnung verlassen. Nur eine DEHOGA-Klassifizierung bescheinigt dem Hotelgast Sicherheit für die Qualität des Hotels.

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz.

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