Wettbewerbsrecht

Henkel siegt gegen Beiersdorf im Deo-Streit

Das Landgericht Düsseldorf (LG) hat entschieden, dass der Beiersdorf-Konzern die Werbung für sein Nivea-Produkt nicht weiterführen darf (Urt. v. 25. 07. 2013; Az. 14c O 94/13). Henkel siegt gegen Beiersdorf im Streit um seine Deodorant Werbung.

Nivea Deo „Invisible for Black & White“ ist nicht das beste Deo gegen Flecken

Der Henkel-Konzern klagte vor dem LG Düsseldorf gegen den Beiersdorf-Konzern. Der Beiersdorf-Konzern warb für sein Nivea Deodorant „Invisible for Black & White“ mit den Aussagen: „Das beste Deo gegen gelbe Flecken“ bzw. „Schwarz bleibt Schwarz“. Henkel sah in diesen Aussagen eine unzulässige irreführende Werbung, da das Deo diese Kriterien nicht erfüllt. Henkel vertreibt die bekannte Deo Marke „Fa“.

Verbraucher wird durch Werbung in die Irre geführt

Henkel konnte vor Gericht beweisen, dass die Nivea Produkte nicht die besten Produkte gegen Flecken sein können. Durch eine simple Stoffprobe konnte nachgewiesen werden, dass das Produkt sehr wohl Flecken auf schwarzer Kleidung hinterlässt. Zudem enthält das Nivea Deodorant ein Mittel, das die Schweißbildung verhindern soll. Es gehört damit zu den Antitranspiranten. Diese Produkte fördern schon alleine durch ihre Zusammensetzung die Fleckenbildung. Ein Deodorant, das nur aus Duftstoffen besteht, bildet im Allgemeinen keine Flecken. Ein Antitranspirant kann unter allen angebotenen Deodorants aufgrund dieser Zusammensetzung unmöglich das Beste Mittel gegen Flecken sein. Da der Verbraucher den Unterschied zwischen einem reinen Deodorant und einem Antitranspirant in der Regel nicht kennt, ist die Behauptung das beste Deo gegen Fleckenbildung zu sein irreführend. Somit darf der Konzern diese Werbeaussagen nicht mehr treffen.

Beiersdorf scheint das Urteil zu akzeptieren

Der Beiersdorf-Konzern hat seit dem Urteil bereits entsprechende Maßnahmen getroffen und seine Werbeaussagen abgeändert: Die Produkte der Linie „Invisible for Black & White“ werden auf der Unternehmenshomepage derzeit „nur noch“ als „Nr. 1“ und nicht mehr als „bestes Deo“ angepriesen. Anstelle der fleckenfreien Kleidung werden nur noch „weniger Rückstände“ versprochen. Dieses Verhalten lässt darauf schließen, dass Beiersdorf die Entscheidung des Gerichts akzeptiert. Weitere gerichtliche Schritte erscheinen unwahrscheinlich.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.