Wettbewerbsrecht

„Germany’s Gold“: VPRT sieht medienpolitischen Klärungsbedarf

Mit „Germany’s Gold“ (so der Arbeitstitel) wollen ARD und ZDF eine gemeinsame Video-on-Demand-Plattform realisieren, nun wurde die Germany’s Gold GmbH mit Sitz in Berlin gegründet.

Das Portal soll frühestens Ende des Jahres an den Start gehen, der Name soll erst nach einer endgültigen Prüfung und Freigabe durch das Kartellamt bekannt gegeben werden, so die Meldung der WDR mediagroup GmbH. Als Geschäftsführer wurden Antoine Schmidt-Roy, Leiter Online Media und Mitglied der Geschäftsleitung der Studio Hamburg Distribution & Marketing GmbH, und Medienunternehmer Jochen Kröhne berufen.

VPRT: „Erheblicher Klärungsbedarf“

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien e. V. (VPRT) reagierte auf die Gründung mit deutlicher Kritik, besonders medienpolitische und rechtliche Fragen seien noch ungeklärt, so die Meldung des VPRT. VPRT-Präsident Jürgen Doetz sagte dazu: „Aus Sicht der privaten Sender, deren gemeinsame VoD-Plattform vom Kartellamt untersagt wurde, mutet es merkwürdig an, wenn die Initiatoren von Germany’s Gold mit ihrer Gesellschaftsgründung Fakten schaffen, bevor das Kartellamt abschließend entschieden hat. Auch aus medienrechtlicher Sicht sehen wir erheblichen Klärungsbedarf, insbesondere mit Blick auf die Zulässigkeit der angekündigten Werbefinanzierung. Diese würde vor allem zu Lasten der privaten Anbieter gehen, die sich im noch im Aufbau begriffenen VoD-Markt in Deutschland behaupten müssen. Hier ist offenbar sogar geplant, alle zur Verfügung stehenden Verbreitungstechniken zu nutzen“, so die Meldung des VPRT.

Insgesamt sind 17 Partner an der Germany’s Gold GmbH beteiligt: Autentic GmbH, Bavaria Fernsehproduktion GmbH, Beta Film GmbH, Brainpool Artist & Content Services GmbH, MME Moviement AG, neue deutsche Filmgesellschaft mbH, Opal Filmproduktion GmbH, Schmidtz Katze Filmkollektiv GmbH, Studio Hamburg Produktion Gruppe GmbH, SWR Media Services GmbH, Telepool GmbH, TV 60 Filmproduktion GmbH, TV Plus GmbH, WDR mediagroup GmbH, ZDF Enterprises GmbH, Ziegler Film GmbH & Co. KG, ZieglerFilm Köln GmbH.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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