Wettbewerbsrecht

Falsche Holzart für Balkontisch – Wettbewerbswidrige Werbung auf eBay

Das Landgericht Düsseldorf hat mit Urteil vom 28.01.2015 (Az.: 12 O 348/14) entschieden, dass eBay – Verkäufer Verbraucher in die Irre führen, wenn sie mit falschen Angaben über die Holzart eines Balkontisches werben.

 Falsche Holzart für Balkontisch – Wettbewerbswidrige Werbung auf eBay © IckeT - Fotolia

Falsche Holzart für Balkontisch – Wettbewerbswidrige Werbung auf eBay © IckeT – Fotolia

Ein Möbelhändler hatte auf der Internetplattform eBay, für Klapptische für den Balkon oder Garten unter Angabe der Holzsorte „Yellow Balau“ geworben. Die Holzsorte „Yellow Balau“ entspricht der Holzsorte „Bangkirai“. In Wirklichkeit war der Klapptisch jedoch aus dem Holzmaterial „Kedongdong“ hergestellt worden.

Ein Käufer mahnte daraufhin den eBay – Verkäufer ab und forderte von ihm die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung und berief sich darauf, dass er nicht diejenige Holzart erhalten habe, die er gewünscht hatte. Er sei dadurch in die Irre geführt worden.

Verbraucher wird durch falsche Angabe über Holzart in die Irre geführt

Die Richter gaben dem klagenden Käufer recht. Ein nicht unerheblicher Teil der Verbraucher gehe aufgrund der Bezeichnung „Bangkirai“ bzw. der Bezeichnung „Yellow Balau“ (Handelsbezeichnung) davon aus, dass der Klapptisch gerade aus dieser, in der Beschreibung für die Klappstühle, genannten Holzart besteht. Die Beweisaufnahme vor Gericht hatte zudem auch unstreitig ergeben, dass die Klappstühle aus der Holzart „Kedongdong“  hergestellt worden sind und nicht, wie vom Verkäufer angegeben, aus „Yellow Balau“ Holz bestehen. Beide Hölzer weisen grundlegend andere Eigenschaften auf.

eBay – Verkäufer müssen Richtigkeit von Herstellerangaben überprüfen

Der eBay – Verkäufer versuchte sich noch mit dem Vortrag zu retten, dass er die fachliche Sorgfalt eingehalten und sich auf die Angaben des Herstellers verlassen habe. Diesen Einwand ließen die Richter nicht gelten. eBay – Verkäufer trifft grundsätzlich die Pflicht, die Richtigkeit der Herstellerangaben, über Produkte mit denen sie werben, zu überprüfen.

Was eBay – Verkäufern zu raten ist!

Verbraucher, die Käufe über das Internet tätigen, sollten ihre Waren genau prüfen, ob diese auch die Eigenschaften aufweisen, die der Online-Händler in seiner Produktbeschreibung im Internet angegeben hat.

Online-Händler hingegen sollten wissen, dass Abmahnungen drohen, sofern sie mit falschen Angaben werben. Ihnen ist zu empfehlen, stets Erkundigungen über die Eigenschaften ihrer Waren beim Hersteller einzuholen, damit das Risiko von Abmahnungen verhindert werden kann. (NS)

Sicher ist das folgende Video interessant:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×