Wettbewerbsrecht

Falsche Angaben zur Hotelzahl: Trivago zur Unterlassung verurteilt

Wer in der Werbung mit Zahlen hantiert, sollte gewährleisten, dass sie stimmen. Ein Grundsatz im Wettbewerbsrecht ist es, dass  keine falschen Tatsachen behauptet werden dürfen. Ansonsten ist in aller Regel eine Irreführung gem. § 5 des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) gegeben.

Falsche Angaben zur Hotelzahl: Trivago zur Unterlassung verurteilt ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

Falsche Angaben zur Hotelzahl: Trivago zur Unterlassung verurteilt ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

Irreführung gegeben

In einem aktuellen Fall, den das Landgericht (LG) Düsseldorf zu entscheiden hatte, gab das Hotel-Vergleichsportal  Trivago die Anzahl von Hotels falsch an, die in den Skiorten Winterberg und Sölden gebucht werden können. Falsche Zahlen fallen meist nicht so leicht auf. So hätte sicherlich keiner die Zahlen 242 (Winterberg) und Sölden (554) beanstandet, wenn nicht über Google jeweils eine andere Anzahl zu finden gewesen wäre, welche so tatsächlich nicht zur Verfügung steht.

Für Winterberg wurden an der Stelle 297 und für Sölden 610 Hotels genannt. Das rief die Wettbewerbszentrale auf den Plan, die Trivago abmahnte und zur Unterlassung aufforderte. Da das Portal darauf nicht entsprechend reagierte, wurde Klage zum LG Düsseldorf eingereicht. Die Richter stellten fest, dass es sich um eine Irreführung handelt (Urt. v. 06.05.2015, Az. 12 O 337/14).

Irreführend ist eine Angabe, wenn sie bei dem angesprochenen Kunden eine Vorstellung erzeugt, die mit der Realität nicht im Einklang steht. Wichtig ist darüber hinaus noch, dass diese unrichtige Vorstellung für die Entschließung des angesprochenen Verkehrskreises eine Rolle spielt.

Auch kleine Abweichungen können zu einer Abmahnung führen

Da die absolute Zahl der Hotels eindeutig verschieden war, lag eine Täuschung vor. Der Verbraucher geht, wenn er die Google-Anzeige sieht, davon aus, dass die Anzahl von Hotels auf dem Portal tatsächlich auch so angeboten wird. Die dann eingerichteten Filter sollen gerade aus dieser Gesamtzahl von Hotels erfolgen.

Die Angabe von 30.07.2014 für Sölden  bei dem genutzten Filter hieß: „82 von 554 Hotels“ und für den Ort Winterberg „62 von 242 Hotels“. Hier musste davon ausgegangen werden, dass die jeweils zweite Zahl die Gesamtzahl bedeutet. Da hier ein Unterschied zu den Google-Anzeigen bestand, war ein Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht zu bejahen.

Unternehmer sollten somit genau darauf achten, welche Angaben sie auf Ihrem Portal, aber auch auf Google machen. Kleinste Abweichungen können teure Abmahnungen nach sich ziehen.(JUL)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben | Trackback URL

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×