Wettbewerbsrecht

ERGO Versicherung darf nicht mit „ Kundenanwalt“ werben

Die Versicherungsgruppe ERGO darf nicht länger für Dienstleistungen, die nicht von einem Rechtsanwalt erbracht werden, mit der Bezeichnung „Kundenanwalt“ werben. Dies entschied das Landgericht (LG) Düsseldorf durch Urteil (LG Düsseldorf, Urteil vom 26.07.2013, Az. 34 O 8/13). Die Bezeichnung „Kundenanwalt“ sei nämlich irreführend.

ERGO Versicherung darf nicht mit „Kundenanwalt“ werben  ©2006 James-Steidl-James-Group-Studios-inc.-Fotolia.com

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Ergo wirbt auf Homepage mit „Kundenanwalt“

ERGO hatte auf der Homepage den „Kundenanwalt“ damit beworben, dass er die Stimme der Kunden im Unternehmen sei. Vor allem kümmere er und sein Team sich innerhalb des Unternehmens um deren Anliegen und setzte sich für Klärung und Schlichtung ein. Hiergegen hatte die Rechtsanwaltskammer Berlin Klage erhoben.

LG Düsseldorf hält Bezeichnung „Kundenanwalt“ für irreführend

Das LG Düsseldorf hat der ERGO die Werbung aufgrund der Klage der Rechtsanwaltskammer Berlin untersagt. Grund dafür war nach Ansicht des Gerichts die Tatsache, dass die Bezeichnung „Kundenanwalt“ irreführend sei. Dadurch werde zum einen der falsche Eindruck erweckt, dass der „Kundenanwalt“ ein Rechtsanwalt, also ein unabhängiges Organ der Rechtspflege sei und somit die Kunden der ERGO Versicherung in allen Rechtsangelegenheiten berate und auch vertrete. Mit der Bezeichnung „Kundenanwalt“ entstehe zum anderen auch der Eindruck der Kundenvertretung gegenüber Dritten oder gegenüber der ERGO Versicherungsgruppe. Tatsächlich handelt es sich bei dem „Kundenanwalt“ um keinen Anwalt, der unabhängig die alleinigen Interessen der Kunden vertritt. Vielmehr ist er in die Hierarchie der ERGO Versicherung eingebunden und somit nicht mehr ein freies, unabhängiges Organ der Rechtspflege. Somit wird durch diese Werbung bei den Kunden ein falscher Eindruck vermittelt.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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