Wettbewerbsrecht

„Deutschland-Kombi“: RMS scheitert mit Klage gegen AS&S Radio

Der Radiovermarkter Radio Marketing Service (RMS) ist mit seiner Klage gegen den Konkurrenten ARD Werbung Sales & Services Radio (AS&S Radio) gescheitert.

RMS hatte die ARD-Tochter wegen unlauterem Wettbewerb und Verletzung des Gebots der Marktkonformität (§ 16a Rundfunkstaatsvertrag) im letzten Jahr verklagt. Grund dafür war die sogenannte „Deutschland-Kombi“, die bereits 2009 eingeführt wurde.

 © ferkelraggae-Fotolia

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Deutschland-Kombi

Für das Angebot „Deutschland-Kombi“ habe die AS&S den Radio-Preis und den Tausend-Kontakt-Preis (TKP) auf Grundlage der Reichweite der Hörer zwischen 14-49 Jahren berechnet – auch wenn zahlreiche Radiosender für ein älteres Publikum in der Kombi vertreten seien, so die Kritik der RMS damals.

Da es bei den Privatsendern kaum Sender mit diesem Zielpublikum gebe, sei  der TKP bei den über 50-Jährigen dementsprechend sehr viel höher, so die Beanstandung der RMS. Bei der Klage stütze sich der Vermarkter auf ein Gutachten des Rechtsprofessors Bernd Holznagel aus dem Jahr 2010.

Das Hamburger Landgericht hat jedoch die Klage nun abgewiesen.

Duales System in der Schieflage

RMS-Chef Florian Ruckert sagte gegenüber dem Branchenmagazin „Horizont.net“: „Wir halten dennoch an unserer Auffassung fest, dass sich das duale System in einer erheblichen Schieflage befindet, die durch das Marktverhalten der AS&S Radio schädliche Ausmaße annimmt.“ Nach der Urteilsverkündung wolle der RMS weitere Schritte beraten.

Marktposition ausgebaut

Erst Mitte Juli hatte die AS&S Radio bekanntgegeben, dass die Deutschland-Kombi ihre starke Marktposition im Wettbewerb ausgebaut und den Abstand vor der RMS Super Kombi weiter vergrößert habe. Laut Media-Analyse (ma) 2013 Radio II liegt die Deutschland-Kombi mit 11,463 Mio. Hörern (Mo.-Fr.) vor der RMS Super Kombi (11.042 Mio. Hörer). Weitere Angaben zur Reichweite finden Sie hier.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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