Medienrecht

Axel Springer Verlag setzt auf kostenpflichtige Online-Inhalte

Dank Apps, Tablet-PCs und des mobilen Internets nimmt die Relevanz der digitalen Ableger der Tagespresse weiterhin zu. Ein paar Klicks im Internet ersetzen immer mehr den Blick in die analoge Tageszeitung am Frühstückstisch. Der Medienkonzern Axel Springer will nun aus diesem unaufhaltsamen Trend Kapital schlagen und künftig mehr Angebote kostenpflichtig ins Internet stellen.

Teile der Inhalte hinter einer Paywall

Neben den Bezahlangeboten für Apps will der Konzern künftig die Online-Auftritte seiner Produkte nach und nach kostenpflichtig machen, so Vorstandschef Mathias Döpfner. Nach dem Vorbild der „New York Times“ sollen künftig Teile des Angebot hinter eine Paywall gestellt werden. Den Anfang werde 2012 „Die Welt“ machen, weitere Produkte sollen nachziehen, so die Angaben des Branchendiensts „digitalfernsehen.de“.

iKiosk für weitere Verlage geöffnet

Zudem hat der Axel Springer Konzern mit Beginn dieser Woche seinen digitalen Medienshop iKiosk nun auch für die Titel anderer Verlage geöffnet und tritt somit in direkte Konkurrenz zu anderen elektronischen Verkaufsplattformen wie Pageplace (Deutschen Telekom), Pubbles (Bertelsmann) oder Apple.

Döpfner erklärte in einer Pressemittelung des Axel Springer Verlags: „Mit dem iKIOSK ist es uns gelungen, frühzeitig einen digitalen Zeitungskiosk auf dem iPad zu etablieren und erste Erfolge mit kostenpflichtigen Inhalten zu erzielen. Umso mehr freuen wir uns, dass künftig auch andere Verlage unsere Plattform als zusätzlichen attraktiven Vertriebskanal für ihre Medienangebote nutzen. Wir öffnen den iKIOSK für die Zusammenarbeit mit anderen Verlagen, denn der Ausbau hin zu einer verlagsübergreifenden Vertriebsplattform ist für unsere Branche eine attraktive Möglichkeit, die Akzeptanz von Bezahlinhalten zu steigern.“

Georg Konjovic, Direktor für Premiuminhalte, sagte: „Mit der Erweiterung des iKIOSK bieten wir den Nutzern in Deutschland das derzeit komfortabelste, schnellste und titelstärkste Medienangebot auf dem iPad. Dabei profitieren andere Verlage nicht nur von der eingeführten Marke iKIOSK, sondern auch von fairen Konditionen. Mittelfristig konzentrieren wir uns auf die Weiterentwicklung in den Bereichen Online, Social Media und International.“

Laut Konjovic gehen von den Einnahmen auf dem Tablet-PC rund 60% an die Verlage, 30% bleiben bei Apple und die restlichen 10% bekommt der Springern Konzern. Außerhalb der Apple-Plattform wolle man rund 20% der Einnahmen behalten, der Rest würde an die Verlage gehen, so die Informationen von digitalfernsehen.de.

Konjovic kündigte zudem an, dass sich Springer mit seinen Titeln nicht von anderen Verkaufsplattformen zurückziehen werde: „Ebenso wie in der analogen Welt beliefern wir auch in der digitalen Welt alle relevanten und für uns wirtschaftlich sinnvollen Kiosk-Angebote,“ so die Meldung weiter.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.