Wettbewerbsrecht

Autozulieferer unter Kartellverdacht

Laut Bundeskartellamt wurden in Deutschland zahlreiche Niederlassungen von Autozuliefern durchsucht. Davon betroffen ist auch der Autozulieferer „Magna“ Grund dafür sind vermutete illegale Preis- und Kundenabsprachen.

Im Rahmen eines Großeinsatzes wurden Büroräume von sechs Autozuliefern durchsucht. Die Unternehmer sollten illegale Preisabsprachen über „akustisch wirksame Bauteile“ getroffen haben.

An dem Großeinsatz waren 20 Mitarbeiter des Kartellamts und 15 Kriminalpolizisten beteiligt. Nach Angaben des Bundeskartellamtes wurden die Räumlichkeiten des österreichisch-kanadischen Autozulieferers Magna durchsucht.

Die Beamten gehen davon aus, dass illegale Preisabsprachen bereits seit 2002 getroffen wurden. Explizit geht es um solche Bauteile wie Motorraumisolierungen, Kofferraumauskleidungen oder Hutablagen.

Verfahren ist noch nicht abgeschlossen

Weitere Firmen wurden aufgrund des laufenden Verfahrens nicht erwähnt. Über eine Presseerklärung hatet das Unternehmen Magna verlauten lassen, dass es zu den betroffenen Unternehmen gehört.

Der Pressesprecher des Bundeskartellamtes verwies darauf, dass Durchsuchungen der Aufklärung dienten und keinesfalls bedeuteten, dass Firmen überführt seien. Bis zum Abschluss des Verfahrens gelte die Unschuldsvermutung. Durchsucht wurden die Niederlassungen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

Ausländische Kartelle sind ausgeschlossen

Magna zeigt sich kooperativ und will mit dem Kartellamt zusammenarbeiten: „Die Unternehmenspolitik von Magna sieht die Einhaltung sämtlicher geltender Gesetze vor, einschließlich kartellrechtlicher und wettbewerbstechnischer Gesetze.“

Der derzeitige Stand der Untersuchung zeigt, dass keine ausländischen Unternehmen an dem mutmaßlichen Kartell beteiligt gewesen sind, ließ ein Sprecher des Bundeskartellamtes verlauten. Es habe bislang „keine Hinweise auf grenzüberschreitende Aktivitäten“ gegeben.

Konsequenzen

Sollten sich die Vermutungen des Kartellamtes im Laufe des Verfahrens bestätigen, muss das Unternehmen mit saftigen Geldstrafen rechnen.

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.