Wettbewerbsrecht

Audible: Börsenverein reicht Kartellbeschwerde ein

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat eine Kartellbeschwerde gegen die Amazon-Tochter Audible eingelegt.

Nach Ansicht des Börsenvereins missbrauchen Amazon und Audible ihre marktbeherrschende Stellung beim Vertrieb digitaler Hörbücher.

Software - Urheber Denys Rudyi - Fotolia

Zu Flatratemodellen gedrängt

Das Unternehmen nutze seine Marktstellung, um Hörbuchverlagen unzumutbare Bedingungen für die Vermarktung digitaler Hörbücher aufzuzwingen. Bestehende Lizenzverträge werden gekündigt, damit Verlage so in ein Flatratemodell gedrängt werden, mit dem jedoch deutlich niedrigere Umsätze erzielt werden, so die Kritik des Börsenvereins.

Geschäftsmodell zerstört Buchhandelsstrukturen

„Das Geschäftsmodell von Amazon und Audible zielt darauf ab, die ausgezeichneten Buchhandelsstrukturen in Deutschland zu zerstören. Diese Unternehmen sind erklärtermaßen auf dem Weg, ein Monopol zu errichten. Die Leidtragenden sind Hörbuchverlage, Buchhändler sowie der Zwischenbuchhandel und am Ende das kulturelle Angebot in Deutschland, denn diese Geschäftspolitik gefährdet die kulturelle Vielfalt und die Qualität auf dem Buchmarkt. Wir beobachten das Verhalten des Konzerns deshalb sehr genau“, sagt Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins.

Über 90% Hörbücher-Downloads

Über die Onlineplattformen von Audible und Amazon sowie über den iTunes Store von Apple, der von Audible exklusiv beliefert wird, werden nach Menge und Umsatz mehr als 90 Prozent aller Downloads von Hörbüchern in Deutschland getätigt.

Man habe daher nicht nur eine Beschwerde beim Bundeskartellamt eingereicht, sondern sich auch an die EU-Kommission gewandt. Damit werde der Verband auch formal Beteiligter des laufenden Kartellverfahrens der Brüsseler Wettbewerbshüter gegen Amazon, so die Meldung weiter. Ziel ist es, dass sich die Kommission so ein vollständiges Bild über die Praktiken der Firmen der Amazon-Gruppe machen kann. (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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