Wettbewerbsrecht

AGB-Klausel zu verbotenem Weiterverkauf von Konzerttickets rechtmäßig

Es ist zu einer beliebten Geldmache geworden, Tickets von beliebten Veranstaltungen zu einem höheren Preis weiterzuverkaufen. Ein solches Verhalten wird durch Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) von Veranstaltern zwar regelmäßig untersagt, daran halten
tun sich aber nur die wenigsten derer, die Karten weiterveräußern. Das Landgericht (LG) Hamburg hatte sich kürzlich mit einer entsprechenden Klausel zu beschäftigen.

 

AGB-Klausel zu verbotenem Weiterverkauf von Konzerttickets rechtmäßig©-cirquedesprit-Fotolia

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Übertragbarkeit an Dritte eingeschränkt

Es ging vorliegend um die Tour der Schlagersängerin Helene Fischer. In den AGB war folgender Passus enthalten: „Ein gewerblicher Weiterverkauf der Konzerttickets ist nicht gestattet. Die Konzerttickets dürfen nicht zu einem höheren Preis, als dem aufgedruckten Ticketpreis zuzüglich nachgewiesener Gebühren, die beim Erwerb des Tickets berechnet worden sind, privat veräußert werden. Ein Verstoß gegen diese Bedingungen führt zum entschädigungslosen Verlust der Zugangsberechtigung zu der jeweiligen Veranstaltung. Die Eintrittskarte verliert ihre Gültigkeit.“ Zudem wurde geregelt, dass eine Übertragbarkeit an Dritte nur zu dem regulären Kartenpreis möglich ist und dieser zudem alle Rechte aus dem Veranstaltungsvertrag übernimmt.

Das LG hatte als Vorfrage zu entscheiden, ob die Klausel wirksam ist. Das wurde bejaht (Urt. v. 02.10.2014 – Az.: 327 O 251/14). Die Interessen der Konzertbesucher werden durch die Bestimmungen gewahrt, da gewährleistet ist, dass es ein einheitliches und angemessenes Preis-Leistungsverhältnis gebe. Auch weniger zahlungskräftigen Fans werde die Möglichkeit gegeben, das Konzert des begehrten Künstlers zu besuchen.

Keine Notwendigkeit von altruistischen Zielen

Unschädlich sei indes, dass der Veranstalter durch die Gestaltung der AGB selber eine Gewinnerzielungsabsicht verfolgt. Es reicht aus, dass zumindest ein Motiv ist, angemessene Preise zu gewährleisten. Ansonsten bestehe nämlich die berechtigte Gefahr, dass ein Konzert in Windeseile ausverkauft ist und Karten nur noch von gewerblichen Händlern in einem ganz anderem Preissegment zu bekommen sind.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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