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Verein gegen Unwesen in Handel & Gewerbe Köln e.V. (VGU) – Achtung: Täuschend echte Fake-Abmahnungen im Umlauf

Derzeit werden Fake-Abmahnungen im Namen des Vereins gegen Unwesen in Handel & Gewerbe Köln e.V. (VGU) an Online-Händler versendet werden. Betroffene sollten keinesfalls ohne vorherige rechtliche Überprüfung zahlen.

Abmahnung VGU

Wir wollen dringend darüber informieren, dass derzeit Fake-Abmahnungen im Namen des Vereins gegen Unwesen in Handel & Gewerbe Köln e.V. (VGU) an Online-Händler versendet werden. Die Abmahnungen sehen erschreckender Weise täuschend echt aus und sind auch inhaltlich für Laien nicht von einer seriösen Abmahnung zu unterscheiden, zumal der VGU als Wettbewerbsverband tatsächlich selbst auch abmahnt. Daher könnte es sich nach einer ersten Durchsicht durchaus um eine echte Abmahnung handeln, welche auch nicht durch eine Google-Suche als Fälschung zu entlarven ist. Wir haben am Ende dieser Meldung eine der Abmahnungen beispielhaft angehängt.

In den gefälschten Abmahnungen wird der Umstand gerügt, dass in einer Artikelbeschreibung des abgemahnten Händlers auf eine sog. CE-Kennzeichnung hingewiesen wird. Dies stellt eine unlautere  Werbung mit Selbstverständlichkeiten dar, da bei kennzeichnungspflichtigen Produkten der Vertrieb dieser Produkte ohne eine CE-Kennzeichnung überhaupt nicht erlaubt ist. Dieser Umstand hätte bei den betroffenen Händlern rechtlich also durchaus zutreffend abgemahnt werden können.

Fake-Abmahnung der VGU im Umlauf

Dennoch: Bei den derzeit im Umlauf befindlichen gefälschten Abmahnungen kamen uns bei genauerer Analyse der Abmahn-Schreiben die darin gesetzten Fristen schnell höchst ungewöhnlich vor. So ist es in wettbewerblichen Abmahnungen zwar üblich, kurze Fristen für die Abgabe einer strafbewehrten Unterlassungserklärung wegen der vorhandenen Eilbedürftigkeit zu setzen, die Fristen für zusätzlich geltend gemachte Zahlungsansprüche müssen indes regelmäßig länger gesetzt werden. In den uns vorliegenden gefälschten Abmahnungen ist es jedoch genau umgekehrt. Es wird unter kurzer Fristsetzung von rund einer Woche eine Summe von 208,25 Euro von den Betroffenen verlangt. Erst drei Tage später endet die Frist zur Abgabe der geforderten Unterlassungserklärung.

Nach telefonischer Rücksprache mit dem VGU-Geschäftsführer bestätigte dieser unseren Verdacht: Mit den Abmahnungen hat der VGU nichts zu tun. Bei den Absendern handelt sich um Kriminelle, die den Namen des VGU dazu nutzen, betroffene Händler um ihr Geld zu bringen, denn die angegebene Bankverbindung (Norisbank) führt tatsächlich zu keinem Konto des VGU. Der VGU weist inzwischen darauf auch auf der eigenen Webseite hin.

Es zeigt sich einmal mehr, dass es für Betroffene dringend geboten ist, bei solchen Abmahnungen stets vorab einen Experten zu Rate zu ziehen, um betrügerische Abmahnungen entlarven zu können und bei echten Abmahnungen die eigenen Chancen und Möglichkeiten auszuloten.  Wer derzeit eine solche Fake-Abmahnung der VGU erhalten hat, sollte daher keinesfalls die geforderten Beträge ohne vorherige Prüfung überweisen.

Beispiel Fake-Abmahnung VGU

Sie haben auch eine Abmahnung erhalten und benötigen Hilfe?

Wir helfen Ihnen gerne! Das Expertenteam um Fachanwalt Kilian Kost steht Ihnen gerne Rede und Antwort. Rufen Sie uns unter 0221 – 400 67 555 (Beratung bundesweit) an oder schreiben Sie uns eine E-Mail an info@wbs-law.de.

Kilian Kost ist seit 2009 Rechtsanwalt der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt im Internet- und Wettbewerbsrecht. Seit 2013 ist er zudem Fachanwalt für den gewerblichen Rechtsschutz und seit 2018 Gesellschafter der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE.

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