Werbemusikvertrag

Ein Werbemusikvertrag ist ein Vertrag über die Verwertung einer Tonaufnahme zur Bewerbung eines Produkts oder einer Dienstleistung.

Erfordernis der Zustimmung

Die Nutzung von Musikwerken zu Werbezwecken unterscheidet sich stark von anderen Verwertungsarten. Zwar werden auch hier die für die Verwertung, Verbreitung und Vervielfältigung erforderlichen Nutzungsrechte an dem Musikwerk eingeräumt. Im Gegensatz zum Verkauf von analogen oder digitalen Tonaufnahmen, setzt die Werbenutzung fast immer eine Bearbeitung der Tonaufnahme voraus.

Normale Musikwerke sind üblicherweise viel zu lang für eine typische Fernseh- oder Radiowerbung. Grundsätzlich sind die Werbeproduzenten auch nur an einer bestimmten, besonders einprägsamen oder bekannten Stelle aus dem Musikwerk interessiert.

Im Ergebnis wird das Musikwerk verändert, zugeschnitten oder sogar teilweise neu eingespielt. Diese Handlungen greifen zum einen in das Bearbeitungsrecht des Urhebers ein. Ein Werk bearbeiten, also verändern, darf grundsätzlich nur der Urheber selber.

Zum anderen kann eine solche Veränderung des Originalwerks den Integritätsschutz des Urhebers berühren. Der Integritätsschutz aus § 14 UrhG verhindert Entstellungen und sonstige Beeinträchtigungen des Musikwerks. Auch ausübende Künstler, also bspw. die Instrumentalisten, können sich auf den Integritätsschutz berufen.

Bearbeitungsrecht und Integritätsschutz sind Teil des Urheberpersönlichkeitsrechts. Ebenso wie das normale Persönlichkeitsrecht können diese Rechte nicht auf andere Personen übertragen werden. Im Rahmen des Werbemusikvertrags kann der Urheber dem Produzenten eines Werbefilms nicht sein Bearbeitungsrecht abtreten.

Genauso wenig kann das Bearbeitungsrecht als Lizenz von einer Rechteverwertungsgesellschaft wie der GEMA erworben werden.

Aus diesem Grund muss der Urheber der werblichen Nutzung seines Musikwerks persönlich zustimmen.

Art der Nutzung

Dieser Zustimmungsvorbehalt hat weitreichende Folgen für die Vertragsgestaltung.

Um zukünftige Rechtsstreite zu vermeiden, sollte die geplante Werbung ausführlich beschrieben werden. So verhindert man, dass der Urheber seine Zustimmung nachträglich widerruft, weil er sich zum Beispiel getäuscht sieht.

Problematisch sind insbesondere Pauschalierungen wie „Nutzung zu Werbezwecken“ oder „Werbung für X-Produkt“. Vielmehr empfiehlt es sich, Inhalt und Dauer der Werbung im Vertrag zu beschreiben.

Alternativ bietet es sich auch an, im Vertrag die Übersendung eines „Storyboards“ festzulegen.

Der Urheber kann sich dann im Vorfeld von der genauen Nutzung seines Musikwerks überzeugen, was beiden Vertragsparteien mehr Sicherheit bietet.

Daneben kann auch die Plattform (Internet, Radio, Fernsehen etc.) vertraglich relevant sein, ebenso wie der territoriale Umfang der Werbesendung. Schließlich muss vertraglich festgelegt werden, wie lange die Werbung laufen soll.

Die Bemessungsgrundlagen für das Lizenzentgelt unterscheiden sich stark voneinander, abhängig von der Plattform. Weitere Faktoren sind Bekanntheitsgrad des Musikwerks und des werbenden Unternehmens und die Dauer des Werbespots.

Individuelle Beratung bei der Erstellung eines Werbemusikvertrags

Die Nutzung von Musikwerken in der Werbeindustrie ist nach wie vor ein lukratives Geschäft. Angesichts der dargestellten Probleme sollten sich beide Vertragsparteien rechtlichen Beistand bei der Ausgestaltung eines Werbemusikvertrags hinzuziehen. Dabei hilft Ihnen die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE gerne weiter.


Um Ihre Projekte auf ein sicheres Fundament zu stellen, ist eine vorherige rechtliche Prüfung ratsam. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


Zurück zur Seite Musik


Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

Jetzt unseren Newsletter abonnieren

E-Mail-Adresse eingeben und immer auf dem Laufenden bleiben:
×