Zeugenfragebogen

Wenn Sie einen Verkehrsverstoß begangen haben, trifft noch vor dem Bußgeldbescheid der Anhörungsbogen ein. Denn eine Behörde kann nur dann einen Bußgeldbescheid verschicken, wenn zuvor der Fahrer, der die Ordnungswidrigkeit begangen hat, ermittelt wurde. Wissen die Behörden bereits, dass der Halter die Ordnungswidrigkeit nicht begangen hat, wird anstatt des Anhörungsbogens, der Zeugenfragebogen verschickt.


Sie haben einen Zeugenfragebogen erhalten und wissen nicht, was Sie tun sollen? Da Sie sich und andere nicht selbst belasten müssen, sollten Sie sich Rat beim Anwalt holen. Wir haben die wichtigsten Fakten zum Zeugenfragebogen hier noch einmal für Sie zusammengefasst.

Wann kommt der Zeugenfragebogen


Sowohl der Zeugenfragebogen, als auch der Anhörungsbogen sind keine Aufforderung zum Vorwurf Stellung zu beziehen. Vielmehr geht es darum, dem Betroffenen mitzuteilen, dass ihm eine Ordnungswidrigkeit vorgeworfen wird. Ist der Behörde bereits bekannt, dass Fahrer und Halter nicht die gleiche Person sind, erkennbar z. B. anhand eines Blitzerfotos, erhält der Halter einen Zeugenfragebogen. Darüber hinaus verschickt die Behörde den Zeugenfragenbogen, wenn sie sich nicht ganz sicher ist, ob der Halter zum Tatzeitpunkt auch der Fahrer war.

Aussage verweigern oder nicht?


Da der Halter lediglich Angaben zu seiner Person machen muss und sich nicht zum Fahrer oder Vorfall äußern muss, ist es in manchen Fällen ratsam, den Fragebogen auszufüllen und zurück zu schicken.

Zeugenfragebogen

Bildnachweis: © Marco2811 – Fotolia.com

Verweigert der Halter die Aussage, droht ihm in manchen Fällen, neben weiterer Post, eine Vorladung aufs Polizeipräsidium, um die Aussage dort aufzunehmen.

Zudem geht er das Risiko ein, mit einer Fahrtenbuchauflage bestraft zu werden, wenn die Behörde aufgrund seiner fehlenden Mitwirkung bei der Ermittlung des Fahrers keinen Erfolg hat. Dies geschieht allerdings nicht direkt nach der ersten Aussageverweigerung. Ob auch Sie einen Zeugenfragebogen zurückschicken sollten oder nicht, besprechen unsere Anwälte gerne mit Ihnen.

Des Weiteren kann die Polizei die Ermittlungen im näheren Umfeld des Halters fortführen, Bekannte befragen und Passfotos von verdächtigen Personen abgleichen.

Eine absichtliche Falschaussage sollte in keinem Falle getätigt werden und kann mit einer Freiheitsstrafe geahndet werden.



Setzen Sie sich mit einem Anwalt für Verkehrsrecht in Verbindung. Wir helfen Ihnen, sich erfolgreich zu verteidigen. Gerne beraten Sie unsere Rechtsanwälte in sämtlichen Bereichen des Ordnungswidrigkeitsrechts im Rahmen einer kostenlosen Erstberatung – rufen Sie uns an.


Rufen Sie uns unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) an. Die erste telefonische Beratung ist gratis.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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