Rote Ampel überfahren? Wir helfen Ihnen!

Sie sind bei rot über die Ampel gefahren und es drohen Bußgeld und Punkte – was ist zu tun?

Das Überfahren einer roten Ampel, der sogenannte Rotlichtverstoß, kann für den Fahrer erhebliche Folgen haben. Neben einem Bußgeld drohen dem Fahrzeugführer Punkte in Flensburg und im schlimmsten Fall sogar ein Fahrverbot für mehrere Monate.



Es besteht allerdings die Möglichkeit, Einspruch zu erheben und die Vorwürfe eines Rotlichtverstoßes anzufechten. Wir überprüfen und hinterfragen das Verfahren für unsere Mandanten, um Messfehler sowie andere geräteabhängige und -unabhängie Fehler aufzudecken. In vielen Fällen ist es uns möglich, die Anschuldigungen anzuzweifeln und damit das Verfahren einzustellen oder zumindest das Strafmaß zu verringern.

Sollten Sie von einem Verfahren wegen Überfahren einer roten Ampel betroffen sein, informieren Sie sich hier darüber, welche Möglichkeiten Sie haben, um gegen die Vorwürfe vorzugehen und das drohende Bußgeld oder Fahrverbot abzuwenden. Dieser Artikel zeigt neben Verstoß- und Bußgeldübersichten die gängigsten Fehlerquellen seitens der Behörden, um Einspruch gegen einen Rotlichtverstoß zu erheben.

Einfacher vs. qualifizierter Rotlichtverstoß

Wenn Sie bei Rot über die Ampel gefahren sind, ist zunächst festzustellen, ob es sich um einen sogenannten einfachen oder qualifizierten Rotlichtverstoß handelt.
Dies ist für den Betroffenen von großer Bedeutung, da der qualifizierte Rotlichtverstoß nach dem Bußgeldkatalog deutlich schärfer geahndet wird, das heißt mit Fahrverbot, als der einfache Rotlichtverstoß.

Darüber hinaus kann ein Rotlichtverstoß während der Probezeit besonders drastische Folgen haben. In diesem Fall spielt es weniger eine Rolle, ob es sich um einen einfachen oder qualifizierten Rotlichtverstoß handelt, da die Fahrer in der Probezeit besonders strengen Regeln unterliegen und geringfüge Verstöße gegen die StVO bereits zu weiteren Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde führen. Einzelheiten zum Rotlichtverstoß während der Probezeit finden Sie in unserer Übersicht zu Verkehrsverstößen während der Probezeit.

Einfacher Rotlichtverstoß

Ein einfacher Rotlichtverstoß liegt vor, wenn die Ampel weniger als eine Sekunde nach Passieren der Haltelinie Rot anzeigt. Außerdem darf keine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer durch das Überfahren der roten Ampel entstehen, um als einfacher Rotlichtverstoß gewertet zu werden. Ein einfacher Rotlichtverstoß zieht ein Bußgeld von 90,- € nach sich und wird mit 1 Punkt in Flensburg bewertet. Ein Fahrverbot wird in diesem Fall nur bei Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer oder Sachbeschädigung verhängt.

Qualifizierter Rotlichtverstoß

Sollte die rote Ampel mehr als eine Sekunde nach dem Lichtwechsel überquert werden, so handelt es sich um einen qualifizierten Rotlichtverstoß. Auch im Falle einer Gefährdung weiterer Verkehrsteilnehmer oder Sachbeschädigung wird der Rotlichtverstoß als qualifiziert gewertet. Neben 2 Punkten in Flensburg und einem Bußgeld von 200 Euro bis 360 Euro erwarten den Fahrer auch ein Monat Fahrverbot.

Bußgeld Übersicht beim Rotlichtverstoß

Bei einem Rotlichtverstoß verhängt das Gesetz durchaus Strafen an Autofahrer. Das Strafmaß erstreckt sich vom Bußgeld über Punkte in Flensburg hin zum Fahrverbot. Wie die Strafe letztendlich ausfällt, wird aber von den Umständen bestimmt, unter denen der Rotlichtverstoß stattgefunden hat. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Bestimmungen des Bußgeldkatalogs bei einem Rotlichtverstoß.

Verstoß Bußgeld Punkte Monat(e) Fahrverbot
Ampel bei „Rot” überfahren 90 € 1
Ampel bei „Rot“ überfahren mit Gefährdung 200 € 2 1 Monat
Ampel bei „Rot“ überfahren mit Sachbeschädigung 240 € 2 1 Monat
Ampel bei schon länger als 1 Sek. leuchtendem „Rot“ überfahren 200 € 2 1 Monat
Ampel bei schon länger als 1 Sek. leuchtendem „Rot“ überfahren mit Gefährdung 320 € 2 1 Monate
Ampel bei schon länger als 1 Sek. leuchtendem „Rot“ überfahren mit Sachbeschädigung 360 € 2 1 Monate

Häufige Fehlerquellen – Anknüpfungspunkte für eine erfolgreiche Verteidigung

Bei einem Verfahren wegen eines Rotlichtverstoßes sind zahlreiche Ansatzpunkte für eine erfolgreiche Verteidigung denkbar. Sollte sich die Messung der Behörden als fehlerhaft erweisen, besteht für einen Anwalt die Möglichkeit, das Bußgeld, die Punkte in Flensburg und auch ein drohendes Fahrverbot abzuwenden. Hierfür ist allerdings die Einsicht in die Bußgeldakte erforderlich und lediglich ein Anwalt ist befugt, Akteneinsicht zu nehmen. In der vollständigen Bußgeldakte sind alle Aspekte dokumentiert, bei denen Fehler seitens der Behörden möglich sind.

Alle möglichen Angriffspunkte für eine Verteidigung im Falle eines Rotlichtverstoßes zu nennen würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Doch einige der häufigsten Fehlerquellen der Behörden werden im Folgenden kurz angeschnitten.

Die Bedienungsanleitung / Gebrauchsanweisung

Die korrekte Benutzung der eingesetzten Messgeräte zur Bestimmung eines Rotlichtverstoßes ist ausschlaggebend, um das Verfahren durchzuführen. Insbesondere die genaue Befolgung der Bedienungsanleitung spielt hier eine wichtige Rolle. Sollte sich herausstellen, dass die Messgeräte nicht entsprechend der Bedienungsanleitung des Herstellers genutzt wurden, kann die Messung als fehlerhaft angesehen werden und ist damit nicht mehr zulässig, sodass das Verfahren eingestellt werden muss.

Der Eichschein

Neben der korrekten Benutzung der Geräte ist außerdem wichtig, dass die Geräte regelmäßig geeicht wurden, um so die Genauigkeit der Messungen zu garantieren. Ohne den Nachweis für eine ordnungsgemäße Eichung zum Zeitpunkt der Messung ist der Vorwurf eines Rotlichtverstoßes hinfällig und kann nicht als Grundlage für die Verhängung von Strafen in Form von Bußgeld, Punkten oder einem Fahrverbot dienen. Ob ein Gerät ordnungsgemäß geeicht wurde lässt sich nur anhand der Bußgeldakte überprüfen.

Die häufigsten Rotlichtüberwachungsanlagen sind:

Hierbei handelt es sich um standardisierte Messverfahren.

Die Lebensakte

Die Lebensakte gibt Aufschluss darüber, ob und wann die Geräte zuletzt reparaturfällig waren. Sollte das Gerät innerhalb eines festgelegten Zeitraumes repariert worden sein, ist eine erneute Eichung nach der Reparatur unbedingt notwendig. Hat diese nicht stattgefunden, so kann davon ausgegangen werden, dass das Gerät keine genauen Ergebnisse liefert.

Die Schulungsnachweise

Auch die Beamten, welche die Messung letztendlich durchführen, müssen nachweisbar geschult sein, um die Genauigkeit der Messung zu gewährleisten und Messfehler auszuschließen. Daher lohnt es sich, bei einem Rotlichtverstoß die Schulungsnachweise der Beamten zu prüfen. Sollten hier Ungereimtheiten vorliegen, ist dies ein Ansatzpunkt für die Verteidigung.

Lichtbildabgleich

Im Akteneinsichtsrecht des Anwalts ist außerdem die Anforderung von Lichtbildaufnahmen inbegriffen. Häufig ist dies ein sehr guter Ansatzpunkt für eine Verteidigung, denn sollte der Fahrzeugführer nicht eindeutig auf dem Bild zu erkennen sein, kann das Verfahren nicht aufrecht gehalten werden, was zur Einstellung führt.

Weitere mögliche Fehlerquellen

Bei der Zeitmessung bzw. beim Nachweis des Rotlichtverstoßes treten oft Fehler auf, denn für den Nachweis eines qualifizierten Rotlichtverstoßes ist eine exakte Messung erforderlich. Die bloß gefühlsmäßige Schätzung eines Polizeibeamten genügt in der Regel nicht.

Auch Zeitmessungen mit dem Sekundenzeiger einer handelsüblichen Armbanduhr oder dem Messen der Rotphase durch Mitzählen genügen regelmäßig den Anforderungen einer exakten Messung nicht. Bedeutung kommt dabei dem Umstand zu, ob es sich um eine gezielte Rotlichtüberwachung oder um eine bloß zufällige Beobachtung handelt.

Denn bei einer gezielten Rotlichtüberwachung können unter Umständen die oben nicht als ausreichend erachteten Zählmethoden als wirksam angesehen werden. Darüber hinaus prüfen wir natürlich auch alle weiteren Aspekte, die einen Rotlichtverstoß ausschließen können. Bei den sog. „Umgehungsfällen“ umgeht der Fahrer die rote Ampel dadurch, dass er über ein seitlich gelegenes Grundstück fährt, um die kreuzende Straße zu erreichen.

In diesem Fall ist von Bedeutung, ob der Fahrer den durch die Lichtzeichenanlage geschützten Kreuzungsbereich berührt oder nicht. Deswegen stellt die Umgehung einer roten Ampel durch Überfahren des Gehwegs nur dann einen vorwerfbaren Rotlichtverstoß dar, wenn der Betroffene mit seinem Fahrzeug unmittelbar nach Umfahren der Lichtzeichenanlage auf die Fahrbahn zurückkehrt.

In Fällen eines sog. Spurwechsels wird durch die höchstrichterliche Rechtsprechung mittlerweile ein Rotlichtverstoß angenommen. Das heißt: Wenn der Betroffene an einer Ampelanlage mit unterschiedlichen Lichtzeichen für Geradeaus- und Abbiegeverkehr in der rot gesperrten Spur die Ampel passiert und dann aber auf eine durch Grünlicht frei geschaltete andere Spur wechselt und die Kreuzung überfährt.

Dies gilt auch für den folgenden Fall: Wer bei Grünlicht auf einer mit einem Linksabbiegerpfeil ausgestatteten Fahrspur in eine Kreuzung einfährt, diese dann aber geradeaus fahrend passiert, obwohl das für Geradeausfahrer geltende Lichtzeichen beim Erreichen der Haltelinie Rotlicht zeigte.

Wir helfen Ihnen, wenn Sie bei rot über die Ampel gefahren sind

Da für die Annahme eines qualifizierten Rotlichtverstoßes die festgestellte Rotlichtzeit entscheidend ist, liegt das besondere Augenmerk des Verteidigers hierbei auf der Prüfung, ob die vorgeworfene Rotlichtzeit überhaupt richtig ermittelt wurde. Dafür ist zunächst erforderlich, dass der Rotlichtverstoß genau dokumentiert wurde.

Dies erfordert eine exakte Aufzeichnung der bereits verstrichenen Dauer der Rotphase zum Zeitpunkt des Verstoßes, um insbesondere einen qualifizierten Rotlichtverstoß nachweisen zu können. Von Bedeutung ist ebenfalls die Zeitdauer der vorausgegangenen Gelbphase, da diese auf den Entschluss des Fahrers weiter zu fahren, maßgeblichen Einfluss nimmt.

Durch Einsicht in die Verfahrensakte im Rahmen des sogenannten Akteneinsichtsrechts überprüfen wir für Sie, ob der vorgeworfene Rotlichtverstoß hinreichend dokumentiert wurde. Da das Akteneinsichtsrecht nur Rechtsanwälten gewährt wird, ist es für das erfolgreiche Vorgehen gegen den Vorwurf eines Rotlichtverstoßes unerlässlich einen Rechtsanwalt zu beauftragen.

Darüber hinaus prüfen wir für Sie als Verteidiger, ob nicht Besonderheiten vorliegen, die das an sich verwirklichte Fahrverbot von einem Monat wieder entfallen lassen. Denn bei einem qualifizierten Rotlichtverstoß wird aus der Dauer der Rotlichtzeit auf eine abstrakte Gefährdung durch das Verkehrsverhalten geschlossen. Dadurch gibt es Fälle, in denen trotz einer Rotlichtzeit von mehr als 1 Sekunde der Verstoß dennoch nicht als „Gefährdung“ eingestuft wird und daher ein Fahrverbot beispielsweise nicht mehr in Betracht kommt.

Lassen Sie sich mit einer kostenlosen Erstberatung Ihre Möglichkeiten aufzeigen

Sollten Sie von einem Verfahren wegen eines Rotlichtverstoßes betroffen sein, nutzen Sie gerne unsere kostenlose telefonische Beratung, um eine Ersteinschätzung einzuholen, wie die Chancen einer Verteidigung in Ihrem Fall stehen. Wir vertreten unsere Mandanten bundesweit und stehen Ihnen 7 Tage die Woche, von 8-22 Uhr, gern zur Verfügung!


Rufen Sie uns unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) an. Die erste telefonische Beratung ist gratis.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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