Heute findet ein neuer Speedmarathon statt! Was tun, wenn man geblitzt wurde?
Verkehrsrecht

Speedmarathon fand am 18. April statt- Was tun, wenn man geblitzt wurde?

Am Mittwoch, den 18. April hatte die Polizei in mehreren Bundesländern mit einer groß angelegten Tempo-Kontrolle (Speedmarathon) begonnen. Einige Messstellen kündigte die Polizei vorab an. Ziel der Aktion war es, die Verkehrsteilnehmer auf die zum Teil fatalen Konsequenzen von zu schnellem Fahren aufmerksam zu machen. Doch was können Verkehrsteilnehmer tun, die geblitzt wurden?

Speedmarathon

Im Oktober 2013 gab es den ersten bundesweiten, 2015 den ersten europaweiten Blitzmarathon. Auch am 18. April 2018, ging die Polizei in mehreren Bundesländern zwischen 6.00 Uhr morgens und 22.00 Uhr abends wieder verschärft gegen Raser vor. Der Speedmarathon war der Höhepunkt der EU-Kontrollwoche „Speed“. In ganz Europa fanden am 18. April verschärfte Kontrollen statt. Mehrere Standorte in Bayern, Hessen, dem Saarland, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz standen dabei in Deutschland im Fokus. So waren allein in Bayern rund 1900 Polizisten im Einsatz. Zahlreiche Messstellen kündigte die Polizei vorab an. Nicht bekannt waren die Messstellen in Brandenburg und Rheinland-Pfalz, denn dort setzten die Behörden auf den Überraschungseffekt.

In diesem Jahr beteiligten sich jedoch nicht alle Bundesländer an der Aktion. Neun Bundesländer machen den diesjährigen Speedmarathon nicht mit. Standorte in Baden-Württemberg, Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern wird es demnach nicht geben. Das NRW-Innenministerium beispielsweise ist der Ansicht, dass sich der Blitzmarathon als ungeeignet erwiesen hat. In NRW setzt man künftig auf ganzjährige, unangekündigte Kontrollen.

2016 wurden beim Blitzmarathon 72.000 Fahrer geblitzt

Beim letzten bundesweiten Blitzmarathon 2017 wurden allein in Bayern mehr als 320.000 Autos kontrolliert und mehr als 9200 Geschwindigkeitsverstöße festgestellt. Da viele Menschen immer noch bei Verkehrsunfällen sterben und die Unfälle häufig auf eine zu hohe Fahrgeschwindigkeit zurückzuführen ist, wird eine weitere Aufklärung und Warnung für absolut notwendig erachtet.

Wie hoch ist das Bußgeld?

Die Höhe des veranschlagten Bußgeldes richtet sich dabei nach dem Ort der Geschwindigkeitsüberschreitung. Wer beispielsweise innerhalb einer geschlossenen Ortschaft 21 km/h schneller fährt als erlaubt, kann mit einem Bußgeld in Höhe von 80 Euro rechnen. Dazu kommt ein Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister. Ab 31 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit droht der Führerscheinentzug. Dazu kämen weitere 160 € Bußgeld und 2 Punkte in Flensburg.

Fehler bei den Abmessungen sind keine Seltenheit

„Nicht selten kommt es jedoch vor, dass bei den Abmessungen gravierende Fehler passieren“, sagt Rechtsanwältin für Verkehrsrecht Saskia Ratz. Nicht jeder, der wegen zu schnellen Fahrens geblitzt wurde, ist auch tatsächlich zu schnell gefahren. Laut einer Studie sind 85% aller ergangenen Bescheide fehlerhaft. Im Folgenden erfahren Autofahrer, die zu Unrecht oder falsch geblitzt wurden, was Sie tun können.

Autofahrer können sich gegen fehlerhafte Bußgeldbescheide wehren

Autofahrer, die zu schnell gefahren und geblitzt worden sind, erwartet in den nächsten Wochen ein Anhörungsbogen oder Zeugenfragebogen. Aufgrund der großen Bedeutung von Geschwindigkeitsüberschreitungen im Rahmen von Ordnungswidrigkeitsverfahren, ist es notwendig, so früh wie möglich gegen eine potentielle Verhängung von Punkten oder eines Fahrverbots vorzugehen. Dabei kann ein Anwalt helfen.

Warum der Gang zum Anwalt lohnt

RA Ratz erklärt: „Ein Anwalt kann bei der Polizei Einsicht in die Bußgeldakte nehmen und diese auf den am häufigsten auftretenden Fehlern bei Geschwindigkeitsmessungen überprüfen. Diese sind Verfahrensfehler, Verjährungsprobleme, schlechte Lichtbildaufnahmen des Betroffenen, falsch justierte bzw. fehlerhaft aufgestellte Geschwindigkeitsmessanlagen, Verstöße gegen innerdienstliche Richtlinien der Polizei, fehlende Schulungsnachweise der Messbeamten und vieles mehr. Eine Verkehrsrechtsschutzversicherung übernimmt die Kosten der anwaltlichen Beratung“.

Sollten auch Sie zu schnell gefahren und wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung geblitzt worden sein oder Fragen zum Verkehrsrecht haben, rufen sie uns an. Unsere Rechtsanwälte für Verkehrsrecht RA Patrick Kiraga, RA Saskia Ratz und RA Raphel Struwe stehen Ihnen bei Fragen jederzeit gerne zur Verfügung. Nutzen Sie unsere kostenlose Erstberatung.

tsp

Mehr Informationen zum letzten, europaweiten Blitzmarathon finden Sie auch in diesem Video:

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (1)

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  1. sagt:

    Laut einer Studie sind 85% aller von Saskia Ratz fehlerhaft.

    Laut einer anderen Studie sind 100% aller bei WBS Law erwähnten Studien nicht referenziert.

    Mit „Laut einer Studie“ kann man belieb Dinge erfinden. Wenn die entsprechende Studie nicht verlinkt, oder zumindest deren Titel und Autoren erwähnt werden, ist die Erwähnung völlig wertlos. Ganz im Gegenteil erzeugt sowas bei mir erhebliche Skepsis.

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