MULTANOVA VR 6F | Geschwindigkeitsüberschreitung

Funktionsweise des MULTANOVA VR 6F

Radarmessgeräte wie das MULTANOVA VR 6F nutzen den Dopplereffekt. Dabei wird eine elektromagnetische Welle mit einer Frequenz von 34,3 GHz ausgesandt, die vom kontrollierten Fahrzeug reflektiert und in der Radaranlage wieder detektiert wird.

Geschwindigkeitsmessgerät

Bildnachweis: © lassedesignen - Fotolia.com

Bewegt sich das Fahrzeug auf die Radaranlage zu oder von ihr weg, kommt es zu einer Frequenzverschiebung der abgestrahlten Welle. Diese Frequenzverschiebung kann in die Geschwindigkeit des Fahrzeugs umgerechnet werden.

Eine genaue Geschwindigkeitsmessung kann aber nur erfolgen, wenn der Radarstrahl im richtigen Winkel auf das Fahrzeug trifft. Bei einem kleineren Winkel werden zu hohe, bei einem größeren Winkel zu niedrige Geschwindigkeiten gemessen.

Die Geschwindigkeitsmessung ist prinzipiell für ankommenden und abfließenden Verkehr geeignet. In der Regel wird aber der ankommende Verkehr gemessen, damit das Messfoto zur Identifikation des Fahrers genutzt werden kann.

Einsatzbereich

Im mobilen Einsatz wird das MULTANOVA VR6F entweder im Überwachungsfahrzeug oder auf einem Stativ aufgebaut verwendet. Das MULTANOVA 6FA ist für den stationären Einsatz konzipiert, mit dem MULTANOVA 6FAFB kann dagegen ein Fahrstreifen von einer Brücke hinab überprüft werden.

Fehlerquellen bei der Geschwindigkeitsmessung mit MULTANOVA VR 6F

Die Geschwindigkeitsmessung mit dem MULTANOVA VR 6F  ist nur dann zuverlässig, wenn der Radarstrahl im richtigen Winkel auf das Fahrzeug auftrifft. Zu Messfehlern kann es kommen, wenn das Messgerät nicht parallel zur Fahrbahn, an einer stark gekrümmten Kurve oder mit nicht justierter Antenne aufgebaut wird. Die Aufstellhöhe muss ebenfalls den Herstellerangaben entsprechen und der Seitenabstand zur Fahrbahn muss dem eingestellten Messbereich entsprechen. Auch wenn sich das Fahrzeug bspw. zum Überholen ausschert, oder vom Überholen einschert werden falsche Geschwindigkeiten gemessen, da der Messwinkel von 22° nicht mehr gegeben ist.

Da die Messung auf der Reflexion von Radarstrahlen beruht, ist die Geschwindigkeitsmessung nur dann zuverlässig, wenn keine Reflexionsfehler vorliegen. Beweisfotos, bei denen eine Mehrfachreflexion vorliegt, dürfen daher nicht ausgewertet werden. Zu fehlerhaften Messungen durch Reflexionsfehler kann es kommen, wenn der Radarstrahl an stehenden größeren Metallflächen (z.B. geparkte Autos oder Metallgitterzäune), an anderen Fahrzeugen (z.B. am Heck eines Fahrzeugs des Gegenverkehrs), an Hindernissen wie Bäumen, Leitplanken etc. oder an Brücken oder Gebäuden mit Stahlträgerkonstruktion reflektiert wird. Weitere Fahrzeuge im Bild oder Abweichung von der Fotoposition können ein Hinweis auf eine fehlerhafte Zuordnung aufgrund von Reflexionsfehlern sein.

Auch eine falsche Handhabung durch nicht ausreichend geschultes Messpersonal oder eine falsche Reichweiteneinstellung kann die Messung verfälschen. Vor der ersten Messung muss auf jeden Fall ein Kalibrierfoto gemacht werden und der komplette Messvorgang muss aufmerksam protokolliert werden.

Das Messgerät selbst kann technische Defekte aufweisen. Eine große Anzahl von Leerfotos oder widersprüchliche Dateneinblendungen auf dem Messfoto können ein Hinweis darauf sein. Wenn für das Messgerät keine aktuelle Eichung mehr vorliegt kann nicht mehr von einer ordnungsgemäßen Messung ausgegangen werden.

Wenn sie mit dem MULTANOVA VR 6F geblitzt wurden, helfen wir Ihnen gern! Rufen Sie uns unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) an, am besten noch bevor sie den Anhörungsbogen zurückschicken.


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Saskia Ratz arbeitet seit 2012 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehr- und Strafrecht.

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