ESO ES 3.0 | Geschwindigkeitsüberschreitung

Funktionsweise des ESO ES 3.0

Wie das Vorgängermodell ESO ES 1.0 arbeitet das ESO ES 3.0 mit drei Helligkeitssensoren im Abstand von jeweils 25 cm, die durch eine Weg-Zeit-Messung die Geschwindigkeit eines durchfahrenden Fahrzeugs bestimmen. Durch den Zeitversatz zwischen den Helligkeitsprofilen der drei Sensoren kann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs berechnet werden.

Geschwindigkeitsmessgerät

Bildnachweis: © lassedesignen - Fotolia.com

Zusätzlich sind zwei weitere Helligkeitssensoren schräg zur Fahrbahn ausgerichtet. Das erlaubt eine eichfähige Abstandsmessung. Damit ist eine bessere Zuordnung der Messdaten zu den Bildern möglich.
Die Messungen zwischen den verschiedenen Sensoren werden miteinander verglichen und erst ab einer Übereinstimmung von mindestens 75 % sendet die Anlage per Datenfunk an eine in Fahrtrichtung aufgestellte Fotoeinheit die Anweisung ein Bild zu machen.

Das ESO ES 3.0 funkt nur bei dieser Datenübertragung. Es ist daher mit illegalen Radarwarngeräten im Prinzip nicht zu orten. Die Auslöseverzögerung, also die Zeit zwischen der eigentlichen Messung und dem Foto, beträgt ca. 60 ms. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h ergibt sich dadurch eine Ortsabweichung von 1,7 m.

Einsatzbereich

Das ESO ES 3.0 kann prinzipiell überall eingesetzt werden, also außerorts wie innerorts, auch in Kurven, Tunneln, verkehrsberuhigten Zonen oder in Baustellen. Der Einsatz erfolgt meistens mobil.

Fehlerquellen beim ESO ES 3.0

Auch wenn der Hersteller bestrebt ist die Messungen immer besser zu machen, steht und fällt die Genauigkeit der Messung mit der Justage am Messort. Schon ein um nur 3° geneigter Sensorkopf kann zu einem Messfehler von 31 % führen.
Bei einer unvollständigen Dokumentation der Justierung (v.a. fehlende Testfotos und die Dokumentation der Fotolinie), einer fehlende Schulung der durchführenden Beamten oder der Verwendung der veralteten Softwareversion 1.001 kann oftmals gegen den Bußgeldbescheid erfolgreich vorgegangen werden.

Die Gefahr eines Messfehlers besteht vor allem, wenn mehrere Fahrzeuge gleichzeitig von den Sensoren erfasst werden. Trotz der Abstandsmessung kann die Zuordnung zweifelhaft sein. Starke Abweichungen von der Fotolinie können ebenfalls ein Hinweis auf einen Messfehler sein.

Es besteht keine einheitliche Rechtssprechung dazu inwiefern vorauseilende Schatten die Messgenauigkeit beeinflussen. Sollten Sie auf dem Foto, dass Ihnen mit dem Anhörungsbogen zugesandt wird, optische Unregelmäßigkeiten (Reflexion, Schatten, starke Sonneneinstrahlung) bemerken, sollten Sie einen Einspruch gegen den Bußgeldbescheid in Erwägung ziehen. Wir helfen Ihnen dabei gern! Rufen Sie uns unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) an, am besten noch bevor sie den Anhörungsbogen zurückschicken.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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