VAMA Video-Messanlage | Abstandsmessung

Funktionsweise der VAMA Video-Messanlage

Beim VAMA Brückenabstandsmessverfahren werden die überwachten Fahrspuren von einer Brücke herab mit zwei Videokameras aufgezeichnet. Die erste Videokamera beobachtet den Nahbereich (30 – 120 m vor dem Aufstellort der Kamera), die zweite Kamera den Fernbereich (80 – 350 m vor dem Aufstellort der Kamera). Die zweite Kamera soll klären, ob der Betroffene durch die Verkehrssituation zu einem zu dichten Auffahren gezwungen wurde. Beide Bilder werden synchron gemischt und stehen bei der Auswertung zur Verfügung.

Abstandsmessgerät

Bildnachweis: © Steffen Niclas - Fotolia.com

Die eigentliche Abstandsmessung erfolgt im Nahbereich. Dafür ist eine Messstrecke von 50 m durch zwei Quermarkierungen am Fahrbahnrand festgelegt. Diese Markierungen sind 90 m und 40 m von der Kamera entfernt. Gemessen wird die Zeit, die das nachfolgende Fahrzeug zum Zurücklegen dieser Strecke benötigt, woraus sich dessen Geschwindigkeit ergibt. Das nachfahrende Fahrzeug passiert die 40 m-Markierung zu einem späteren Zeitpunkt als das vorausfahrende Fahrzeug. Diese Zeitdifferenz wird mit der Geschwindigkeit des nachfahrenden Fahrzeugs in Beziehung gesetzt und so der Abstand zwischen den Fahrzeugen bestimmt.

Beträgt die Zeitdifferenz 1,8 s, entspricht dies dem halben Tachowert. Im Bußgeldbescheid werden in der Regel die mittlere Geschwindigkeit des nachfahrenden Fahrzeugs und der Abstand in Metern angegeben.
Der gesamte Messvorgang wird von der Polizei überwacht und protokolliert. Bei dem Verdacht einer Abstandsunterschreitung lösen sie das Frontfoto zur Fahrer- und Fahrzeugidentifizierung aus.

Einsatzbereich

Da Abstandsmessverfahren erst ab Geschwindigkeiten über 80 km/h durchgeführt werden, werden Brückenmessgeräte wie VAMA auf Autobahnen oder Schnellstrassen installiert.

Fehlerquellen beim VAMA Videomessverfahren

Eine juristische Verfolgung ist nur dann zulässig, wenn der Abstand auf einer Strecke von 200-350 m unterschritten wird. Auf dieser Strecke darf die Abstandsverringerung nicht durch ein Bremsen des vorausfahrenden Fahrzeugs verursacht werden. Unterschreitungen, die sich aufgrund eines Fahrspurwechsels ergeben dürfen nicht verfolgt werden.
Aus dem Videomaterial werden einzelne Standbilder extrahiert. Ob diese Bilder wirklich die für die Betroffenen vorteilhaften Zeitpunkte dokumentieren kann im Einzelfall geprüft werden. Dabei kann es unter Umständen zu einer Zeitkorrektur kommen.

Die von den Videobildern extrahierte Zeit bezieht sich auf die Vorderachse des nachfahrenden Fahrzeugs und die Hinterachse des vorausfahrenden Fahrzeugs. Auf den ausgewerteten Bildern wird dies durch Linien dargestellt. Teilweise können durch ungünstige Lichtsituation oder schlechte Videoqualität bei dieser Zuordnung Fehler gemacht werden. Wir können dies für Sie prüfen.

Das im Videomaterial eingeblendete Zeitsignal wird aus der Bildrate der Videobilder ermittelt. Nur wenn der entsprechende Charaktergenerator zusammen mit der Videokamera geeicht wird, handelt es sich dabei um eine geeichte Uhr. Bei einer nicht vorliegenden Eichung müssen gegebenenfalls größere Fehlertoleranzen angenommen werden.
Abstandsunterschreitungen, die im Fernbereich gemessen werden, unterliegen einer wesentlich größeren Fehlertoleranz.
Im Einzelfall ist auch eine Überprüfung des Abstands der Markierungen sinnvoll.
Wir helfen Ihnen weiter, wenn Ihnen eine Abstandsunterschreitung durch eine Messung mit der VAMA Video-Messanlage vorgeworfen wird. Rufen Sie uns unter 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) an, am besten noch bevor sie den Anhörungsbogen zurückschicken.


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Saskia Ratz arbeitet seit 2012 in freier Mitarbeit für die Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE mit Schwerpunkt Verkehr- und Strafrecht.

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