Veranstaltungsverträge – Erstellung und Prüfung

Neben der Tonträgerverwertung sind Veranstaltungen wie Konzerte oder Tourneen das zweite große Standbein der Musikindustrie. An derartigen Events ist jedoch nicht nur eine Vielzahl von verschiedenen Parteien beteiligt, sondern auch die Vertragslage ist sehr unübersichtlich.

Die zentralen Vertragsparteien sind die Künstler auf der einen und der Veranstalter auf der anderen Seite. Veranstalter ist derjenige, der die finanzielle und organisatorische Verantwortung für die Veranstaltung übernimmt (vgl. BGH, Urteil vom 19.06.1956 – I ZR 104/54).

Konzert- und Tournee-Verträge

Gegenstand eines Konzertvertrags ist die Erbringung einer künstlerischen Leistung für eine angemessene Vergütung. Der oder die Künstler verpflichten sich auf Grundlage des Konzertvertrags zu einer ausschließlich musikalischen Darbietung auf einer konkreten Konzertveranstaltung. Der Veranstalter hingegen ist verpflichtet eine angemessene Vergütung zu zahlen und die vertraglich festgelegten Rahmenbedingungen zu erfüllen. Was alles dazu gehört, variiert je nach Bedürfnissen der Künstler. Beispiele sind die Herrichtung des Veranstaltungsorts, die Zurverfügungstellung von Licht- und Tontechnik samt Technikern, die Werbung und die Bereitstellung von Verpflegung und Personal.

Ein Tournee-Vertrag unterscheidet sich nicht besonders von einem Konzertvertrag. Vertragsgegenstand hier ist jedoch nicht nur ein konkretes Konzert, sondern eine vertraglich festgelegte Anzahl von Konzerten. Insbesondere wird durch eine größere Anzahl von Konzertverpflichtungen kein Arbeitnehmerverhältnis des Künstlers gegenüber dem Veranstalter begründet.

Kooperationsvereinbarung

Bei der Ausgestaltung der Vergütungsvereinbarung gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten. Eine Möglichkeit ist es, den Künstlern den gesamten Umsatz zuzusprechen und den Veranstalter daran in einem geringen Umfang zu beteiligen. Damit einher geht aber grundsätzlich auch eine komplette Risikoverlagerung auf die Künstler.

Eine entsprechende Regelung ist auch im Verhältnis von mehreren Veranstaltern untereinander bei einer größeren Tournee möglich. Ein Hauptorganisator übernimmt das Verlustrisiko und erhält den gesamten Umsatz. Die einzelnen örtlichen Veranstalter werden schließlich am Umsatz beteiligt.

Problematisch an diesem System ist die Risikoverteilung. Viele Künstler und Organisatoren wollen oder können ein solches Risiko nicht übernehmen. Daher sind Vergütungsmodelle, in denen Umsatz und Risikoverteilung gleichermaßen aufgeteilt sind, nicht unüblich. Wird ein solches Vergütungsmodell Vertragsgegenstand, besteht zwischen den Vertragsparteien eine Kooperationsvereinbarung.

Individuelle Beratung

Die genaue Vertragsausgestaltung ist gerade bei größeren Konzertveranstaltungen und Tourneen eine Frage des Einzelfalls. Da bei Projekten dieser Größenordnung immer viel Geld und ein enormes Risiko im Spiel sind, ist eine anwaltliche Beratung bei der Vertragsgestaltung zu empfehlen.


Nur durch eine vorherige Prüfung lassen sich negativ Folgen vermeiden. Hierbei helfen wir Ihnen! Unser Expertenteam um Rechtsanwältin Rafaela Wilde steht Ihnen unter der Rufnummer 0221 / 951 563 0 (Beratung bundesweit) gerne für eine erste Einschätzung zur Verfügung.


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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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