Urheberrecht

VG Köln bestätigt Verlust des Doktortitels von Margarita Mathiopoulos – Berufung angekündigt

Die Unternehmerin und Politikwissenschaftlerin Margarita Mathiopoulos bekommt ihren Doktortitel vorerst nicht wieder. Das entschied kürzlich das Verwaltungsgericht Köln (Az. 6 K 2684/12) und bestätigte damit die Entscheidung der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

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Mathiopoulos hatte den Doktorgrad 1986 erhalten und musste diesen im April 2012 nach heftigen Plagiatsvorwürfen abgeben.

Dabei waren die Vorwürfe nicht neu: Bereits vor über 20 Jahren wurde der heutigen Klägerin vorgeworfen, Texte anderer Wissenschaftler kopiert zu haben. Damals hatte die Philosophische Fakultät noch vorgezogen, es auf sich beruhen zu lassen. Doch die Hartnäckigkeit des Internetportals „VroniPlag“ hat sich erneut ausgezahlt: Nachdem unter anderem sowohl der Stäuber-Tochter Veronica Saß, als auch der FDP-Europaabgeordneten Silvana Koch-Mehrin der Doktorgrad nach „VroniPlag“-Veröffentlichungen aberkannt wurde, musste auch Margarita Mathiopoulos dran glauben.

Die FDP-Politikerin und Ex-Frau des CDU-Abgeordneten Friedbert Pflüger klagte gegen den Verwaltungsakt nun erfolglos vor dem VG Köln. Nach Ansicht der Richter habe die Fakultät aber richtigerweise angenommen, dass die Klägerin eine Täuschung begangen habe. Ohne Kennzeichnung seien weite Passagen der Dissertation aus fremden Werken übernommen worden. Sie habe billigend in Kauf genommen, dass die Prüfer einem Irrtum über den wahren Urheber unterliegen. Ermessensfehler seien jedenfalls keine erkennbar. Daran ändere auch die Tatsache nichts, dass die Tat soweit zurück liege.

Mathiopoulos kündigte kurze Zeit nach dem Urteil bereits Rechtsmittel an. Ihre Anwälte ließen verlauten, dass momentan die Erfolgsaussichten einer Berufung am Oberverwaltungsgericht Münster geprüft werden. Die 56-jährige gebürtige Griechin wirft der Fakultät unverändert vor, sich „nicht wirklich mit meinem Fall auseinandergesetzt zu haben“. Handwerkliche Mängel seien schon 1991 festgestellt worden, eine Täuschungsabsicht dagegen wurde verneint. Den „Zeitzeugen“ Wolfgang Löwer habe das Gericht zudem fälschlicherweise nicht zugelassen, obwohl dieser in der früheren Kommission gewesen sei.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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