Urheberrecht

Verwaiste Werke: Urheberrechtsreform vom Bundesrat verabschiedet

Die bereits im Juli vom Bundestag verabschiedete Urheberrechtsreform für verwaiste Werke hat nun auch den Bundesrat passiert. 

Dieser hat am Freitag der vergangenen Woche den Entwurf zu einer weiteren Änderung des Urheberrechtsgesetzes abgesegnet. Mit diesem sollen künftig öffentliche Einrichtungen geschützte Werke einfacher digitalisieren und ins Internet stellen können.

Hohe Bedeutung für Wissenschaft und Lehre

Der Bundestag hat nun eine Urheberrechtsreform verabschiedet, die die nicht-kommerzielle Nutzung und Digitalisierung von verwaisten Werken durch Bibliotheken, öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten und Archive erlaubt. Eine Entscheidung, die für Bildung und Wissenschaft, aber auch für die Informationswirtschaft von hoher Bedeutung ist. Dabei beschränkt sich die Nutzung nicht nur auf das Medium Film, sondern inkludiert auch Musikstücke, Filme, Fotos und Bücher und Werke, die vergriffen sind.

© Arcady #19582427Schritt in Richtung Open Access

Mit einem neuen Zweitveröffentlichungsrecht für Wissenschaftspublikationen macht der Gesetzgeber außerdem einen Schritt in Richtung Open Access. So dürfen Urheber wissenschaftlicher Arbeiten ihre Artikel in Zukunft 12 Monate nach der Erstveröffentlichung im Netz zugänglich machen, sofern ein Verweis auf die ursprüngliche Publikation vorhanden ist.

Die Beiträge müssen „im Rahmen einer mindestens zur Hälfte mit öffentlichen Mitteln finanzierten Forschungstätigkeit entstanden und in einer periodisch mindestens zweimal jährlich erscheinenden Sammlung erschienen“ sein.

Erwartung an die neue Bundesregierung

Die Länder erwarten nun von der neuen Bundesregierung, dass umgehend nach der Wahl „nachhaltige“ Regeln für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke in den Intranets von Schulen, Universitäten und Forschungseinrichtungen in Abstimmung mit ihnen erarbeitet werden.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.