Urheberrecht

Versicherungskonzern Ergo erwirkt EV gegen Handelsblatt

Der Versicherungskonzern Ergo ist mit seinem Sex-Skandal in Budapest in die Schlagzeilen geraten. Zwar ist der Vorfall bereits 2007 passiert, doch nun berichtet das „Handelsblatt“, dass der Konzern vor dem Landgericht Köln eine Einstweilige Verfügung gegen das Blatt erwirkt hat.

Demnach ist es dem Handelsblatt vorerst juristisch untersagt, den Revisionsbericht „HMI-Wettbewerbsreise – Budapest 2007“ weiterhin zu verbreiten. Damit geht der Ergo-Konzern vor allem gegen die neue iPad-App „Handelsblatt Morning Briefing“ vor. Diese wird damit beworben, neben tagesaktuellen Artikeln auch „Einblicke in vertrauliche Dokumente und Rechercheunterlagen des Handelsblatts“ zu geben. Drei weitere Revisionsberichte seien aber von der Unterlassungserklärung allerdings nicht betroffen, so der Bericht des „Handelsblatt“.

Das „Handelsblatt“ hatte die bislang unter Verschluss liegenden Berichte der Konzernrevision zur Motivation von Handelsvertretern über die iPad-App zum Download angeboten. Dagegen ging der Konzern nun juristisch vor. Begründung: Die Veröffentlichung durch das Handelsblatt verletzte die Urheberrechte der Ergo, so der Bericht des „Handelsblatt“ weiter.

Nach Angaben des „Handelsblatt“ werde man keine Unterlassungserklärung abgeben und habe Ergo auf den Rechtsweg verwiesen. „Wir werden die Angelegenheit genau prüfen. Urheberrechtliche Ansprüche sollten – sofern es sich hier überhaupt um ein geschütztes Werk handelt – jedenfalls im Lichte der Pressefreiheit ausgelegt werden“, so Thomas Gottlöber, Chefjustiziar der Verlagsgruppe Handelsblatt.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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