Urheberrecht

Vergleichsvorschlag im Rechtsstreit um »Das Boot«

Seit Jahren kämpft Kameramann Jost Vacano um mehr Honorar für seine Arbeit am Kultklassiker „Das Boot“. Das Landgericht München I hat nun eine gütliche Einigung vorgeschlagen.

Mittlerweile kämpft Jost Vacano fast zehn Jahre vor Gericht um einen sogenannten Fairnessausgleich. Vacano hatte für seine Arbeit an dem deutschen Kultfilm „Das Boot“ damals lediglich eine Honorarpauschale von 180.000 DM erhalten – andere Crewmitglieder jedoch sind an den Gewinnen beteiligt worden.

© Martin Schumann - Fotolia.com

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Überwältigender Erfolg

Allerdings war der überwältigende Erfolg damals nicht abzusehen, u. a. war das „Das Boot“ für sechs Oscars nominiert, darunter auch gab es auch eine Nominierung für die Beste Kamera.

2002 trat jedoch ein neues Urheberrecht in Kraft, das unter anderem den Filmurhebern weiterreichende Rechte gewährt. So sieht der sogenannte „Bestseller-Paragraph“ (§ 32a) eine nachträgliche Beteiligung vor, wenn die Vergütung in einem „auffälligen Missverhältnis“ zu den Erträgen steht. Auf diesen Paragraphen bezog sich Vacano bei seiner Klage gegen die Produktionsfirma Bavaria Film, deren Tochter Euro-Video und den Westdeutsche Rundfunk (WDR). Bislang ist er jedoch mit seinen Forderungen vor Gericht immer gescheitert.

Vergleichsvorschlag unterbreitet

Der Vorsitzende Richter der 7. Zivilkammer am Landgericht München I schlug nun eine gütliche Einigung vor. Medienberichten zufolge geht es dabei geht es um eine Nachzahlung in Höhe von 699 500 Euro. Bis zum 3. März 2016 können sich die Beklagten zum Vergleichsvorschlag äußern.

Der Berufsverband Kinematografie begrüßte, daß die Kammer „explizit von der Auffassung abgerückt ist, daß der Urheber dann keinen Anspruch mehr gegen den Dritten (den eigentlichen Verwerter, z.B. Sender) hat, wenn in der Lizenzkette marktübliche Bedingungen und Zahlungen zugrunde gelegt sind.“ (COH)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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