Urheberrecht

Usenet – Massiver Schlag gegen bekannte Plattformen

Spezialisten des LKA Sachsen und der Generalstaatsanwaltschaft Dresden ist ein massiver Schlag gegen ein weltweit bekanntes Netz von Urheberrechtsverletzern gelungen. In sechs Ländern weltweit wurden Geschäftsräume und Rechenzentren durchsucht. Die Beschuldigten sollen die Plattformen town.ag und usenet-town.com betrieben haben.

Am 08.11.2017 fand eine der bis dato größten und umfassendsten Ermittlungsaktionen gegen die Usenet-Szene statt. Spezialisten des LKA Sachsen und der Generalstaatsanwaltschaft Dresden haben gegen 26 Beschuldigte in sechs verschiedenen Ländern Haus- und Geschäftsdurchsuchungen durchgeführt. Dabei wurden in Spanien und in Sachsen zwei deutsche Beschuldigte (31 und 39 Jahre alt) festgenommen.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, über Internetportale (auch Boards genannt) Filme, Serien, Musik etc. illegal im Usenet vertrieben zu haben und somit Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben. Betroffen sind unter anderem die Websites, town.ag, usenetrevolution.info und speeduse.net. Diese und weitere Websites sind mittlerweile nicht mehr abrufbar. Die zwischenzeitlich stillgelegte Seite nfo-underground.xxx ist hingegen wieder erreichbar.

Sicherstellungsbanner auf town.ag

Usenet als anonyme Download-Plattform

Das Usenet ist ein Internet-Netzwerk und eine Alternative zum World Wide Web. Nutzer können Beiträge oder Links an einer Art digitalen Pinnwand weitgehend anonym posten und somit anderen Nutzern zugänglich machen. Auf den Boards werden Links ausgetauscht, die zu den verschiedenen Dateien im Usenet führen. Die Nutzer hatten zuletzt Zugriff auf rund 400.000 bzw. 1.200.000 Titel. Den Urheberrechtsinhabern sollen Schäden von mehreren Millionen Euro entstanden sein.

Für Rechteinhaber ist es vergleichsweise einfach ist, die betroffenen Dateien löschen zu lassen, wenn sie nachweisen, Rechtsinhaber zu sein. Die Nutzer sind nun dazu übergegangen, die Dateinamen unkenntlich zu machen und mit Passwörtern zu verschlüsseln. An diesem Punkt sind die oben genannten Boards wichtig geworden, da über diese (oftmals auch verschlüsselten) Foren Passwörter und Links zu den gewünschten Dateien ausgetauscht werden.

LKA und Generalstaatsanwaltschaft schon in kino.to-Fall involviert gewesen

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden und das LKA Sachsen, die auch gegen kino.to ermittelt haben, haben nun einen Schlag gegen die Betreiber oben genannter Plattformen durchgeführt. Sie haben in Deutschland, Spanien, Niederlande, San Marino und der Schweiz sowie in Kanada Rechenzentren durchsucht und die Daten der Plattformen gesichert, um den Betreibern Urheberrechtsverletzungen nachzuweisen. Auf den Servern wurden insgesamt über 1.000 Gigabyte Daten gesichert und darüber hinaus zahlreiche Computer und Datenträger sichergestellt.

Keine Konsequenzen für die meisten Nutzer

Die Nutzer der Plattformen selbst dürften wohl meistens keine rechtlichen Konsequenzen fürchten. Anders als bei Streamingplattformen wie kino.to oder anderen greifen die Nutzer hier nicht über den Server der Boards selbst auf die Dateien zu und rufen diese direkt darauf ab, sondern über die allgemeinen Usenet-Rechenzentren. Dies führt dazu, dass die Ermittlungsbehörden wahrscheinlich keine konkreten Rechtsverletzungen der Boardnutzer belegen können. Gegen die Usenet-Rechenzentren richten sich die ersten Ermittlungen nicht. Diese wären die einzige Möglichkeit, die IP-Adressen der Downloadenden zu erlangen. Etwas anders dürfte es jedoch sein, wenn die Nutzer auf einem Board eine regelmäßige Abogebühr für die Nutzung dessen entrichten mussten. In diesen Fällen könnte Ihnen unter Umständen eine Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen angelastet werden, da sie die Plattform und ihre Aktivitäten finanzielle gefördert haben. Die Plattformen ließen sich über Sponsoren ihre Dienste und den Zugang zu den Werken finanzieren und verdienten so Millionen.

Die Infos haben wir von einem Admin der Seiten brothersofusenet und spacecowboys erhalten. Diese waren zwar nicht direkt von den Ermittlungen betroffen, wurden jedoch von den Betreibern vorsichtshalber vom Netz genommen. Mithin wurden die Serverdaten und Festplatten vernichtet, um den Nutzern dieser Plattform auch zukünftig ihre Anonymität zu gewährleisten.

tge

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (45)

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  1. Ren sagt:

    nfo-underground.xxx ist wieder erreichbar

    • xyz sagt:

      Erreichbar schon, nur Inhalte gibt es keine. Nicht mal auf das interne Forum kann mehr zugegriffen werden. Da hätte man sich von den Betreibern mal eine Info zum Beispiel auf der Startseite gewünscht. Aber wer weiß schon wer jetzt der Betreiber ist, vielleicht hat ja das LKA übernommen???

      • anna33 sagt:

        Diese Plattform wurde stillgelegt

        durch das Landeskriminalamt Sachsen im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Dresden – sächsische Zentralstelle zur Bekämpfung von Cybercrime.

        This platform has been shut down by the State Office of Criminal Investigation Saxony (LKA) on behalf of the Public Prosecutor’s Office Dresden

  2. Gan sagt:

    Mit was für eine Strafe muss ein Supporter rechnen?

  3. Onkel Mä sagt:

    Lediglich der Umstand,daß die Behörden nicht an IPs von Downloadern rankommen, schützt diese vor irgendeiner Art von Verfolgung. Hätten sie sie nämlich, neigen Behörden ganz gerne mal dazu, auch diejenigen vorzuladen, die gar keine Urheberrechtsverletzung begangen haben, weil das betroffene Werk eigentlich Free- oder Shareware ist.

    Hab ich vor Jahren am Beispiel „Bockwurstfiles“ selbst erlebt. Ich habe diese Warezseite in erster Linie deswegen genutzt,weil diese pfeilschnell waren,wenn es darum ging,auch neue Versionen bekannter Freeware/Shareware zu verteilen. Da konnten selbst Chip&Co nicht mithalten. Kurz gesagt: Ich wurde vorgeladen,weil ich auf diesem Warezserver eine (ungecrackte) Version eines damals noch erlaubten Sharewareprogrammes runtergeladen habe. Das Verfahren wurde erst eingestellt,als ich eine schriftliche Bestätigung des Herstellers beibrachte, daß diesem die Verbreitungswege seiner Software egal ist und auch besagtes Warez-Forum nicht ausschloss.

  4. o.s sagt:

    ist usenext.com auch betroffen?

  5. OnkelBaK sagt:

    Etliche Leute festgenommen, böser schlag auch.
    Sollte eigentlich nix passieren, lädst ja nix hoch.
    Trotzdem böse, weil verarschen kann ich mich selber.
    Die bösen Tauschbörsen.
    Unterm Strich bekommen so vielen Menschen, egal ob sie es brauchen oder nicht viel Zeug in die Hand.
    Wenn es ihnen gefällt, dann kaufen sie es meistens auch (Hartz 4 ausgenommen), warum wohl?
    Die verblödete Musik, oder Film, sowie Gaming Industrie würde ohne die Tauschbörsen eigentlich viel weniger Umsatz machen.
    Nur erzählen die halt etwas anderes, von wegen Urheberschutz.
    Doch was schützen die denn eigentlich?
    Nicht den Urheber eines Werkes, sondern nur ihren Profit.
    Kein Problem damit, wenn jemand Geld für etwas was mir gefällt verlangt.
    Aber wenn sich jemand hinstellt, im Namen des Verfassers etwas einfordert, was er selbst zwecks Gier gar nicht macht.
    Dachte mal, so eine Band bekommt wenigstens die Hälfte von dem, was ich für eine CD bezahle.
    So weit ich Informiert bin, ist es weit unter einem drittel, oder noch weniger.
    (Vorsicht Fäkalsprache!!!) Von diesen Wichsern lasse ich mich nicht verarschen!

  6. Hans Hansen sagt:

    Pervers. Die Strafverfolgung und GVU die u.a. Bono vertritt hat nichts anderes zu tun als eine Minority zu gängeln. Dank Paradis Papers wird das schön anschaulich …

  7. User1234 sagt:

    Werden Kunden von Speeduse.net die z.B. Blockaccounts per Paypal gekauft haben auch strafrechtlich verfolgt?

  8. Memories sagt:

    Kunden von Speedusenet oder User von den rechtzeitig abgeschalteten Boards brauchen sich keine Gedanken machen.
    Der Besitz eines Accounts um Zugang zum Usenet und dessen Servern zu bekommen ist nichts illegales, genau so wenig ist das Usenet im allgemeinen illegal. Was ihr mit den Accounts geladen habt wird wohl kaum zurück verfolgbar sein.
    Das meiste was man derzeit lesen kann ist reine Panikmache.
    Genau wie die Behauptung die Boardbetreiber haben Millionen Umsätze gemacht… Die meisten Aussagen sind einach gelogen und lächerlich.

    • Bertram sagt:

      Wie sicher ist das, dass die Daten von Speeduse weg sind und das die User sich da keine Gedanken machen müssen. Ich denke mal das schon viele Personen jetzt Angst haben das sie „kassiert“ werden.

      • Memories sagt:

        Auch wenn die Daten nicht weg sein sollten braucht sich keiner gedanken machen. Siehe mein Text oben.

        • User1234 sagt:

          Fakt ist, dass die Inhalte die geladen wurden kaum zurück verfolgbar sind (wie Memories schon schrieb).

          Also ich verstehe das so: Speeduse.net macht sich strafbar weil es ein Sponsor von diesen Boards gewesen ist (Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen). Die Kunden von Speeduse.net können doch eigentlich nichts dafür. Wenn jetzt z.B. ein Unternehmen illegal handelt, heißt das doch nicht dass sich auch alle Kunden strafbar machen, richtig? Korrigiert mich falls ich falsche Behauptungen gemacht habe.

          • Memories sagt:

            Die Boards haben selber keine Direkten Downloads zur Verfügung gestellt und deshalb auch keine Urherberrechtsverletzung begangen. Anders sieht es bei denen aus die Urheberechts Matterial ins Usenet geladen haben aber auch da gibt es viel zu beachten, handelt es sich um Daten die bereits öffentlich zugänglich sind muss erstmal nachgewiesen werden ob es absichtlich für weitere Downloads zur verfügung gestellt wurde oder ob es eine Sicherheitskopie war und der Header versehentlich an die Öffentlichkeit geraten ist.
            Keines der Boards hat direkte Downloads angeboten, nur Links wo man es evtl finden könnte und den User Infos über Inhalte zu z.B. Filmen zur verfügung gestellt.

          • Hans sagt:

            Anscheinend hatten aber User von town.ag VIp Status, wenn sie einen ssl-news Zugang hatten. Die haben da nie direkt an das Forum gezahlt, sondern an einen legalen Provider.
            Kann daraus eine Beihilfe werden? ( die ja tw. wahrscheinlich nicht mal bewusst ist und auch offiziell an eine offiziele Firma erfolgt ist)

    • J.h. sagt:

      Mhm, ich werde das Gefühl nicht los, das es sich bei den Betreibern von Speeduse und UR um die selben Personen handelt. Zudem der andere Boardsponsor nicht abgeschaltet wurde. Denen kann man im Grunde ja das gleiche vorwerfen.

  9. hans sagt:

    Wie sieht es aus, wenn man einen Account bei ssl-news hatte ( der ja legal war) und aber in town und usenetrevolution ( nicht zahlender/supportender ) User war?

    • hans sagt:

      und wenn man in der kombination keine strafrechtliche Verfolgung bekommen sollte, wie sieht es mit zivilrechtlichen Forderungen aus?

      • Memories sagt:

        Auch hier gillt, der Besitz eines Acc um Zugang zu Usenet Servern zu bekommen ist nicht Illegal, genau so wenig wie User auf einem Usenet Board zu sein.

        • hans sagt:

          naja aber man sieht ja in der Forum datenbank wo der user auf „danke“ geklickt hat und evt. das nzb runtergeladen hat. Kann daraus abgeleitet werden, dass der Download stattgefunden hat? Auf ssl-news wurde immer geworben, dass kein Logging gemacht wird. Stellt sich nur die Frage ist das wirklich so gewesen. Und dort hat man ja mit Kreditkarte gezahlt, also liegt der Name auf.

          • Memories sagt:

            Also ich kann dir versichern das bei den Boards die sicherhaltshalber abgeschaltet wurden keine Userdaten mehr zu finden sind.
            Wie es bei SSL News und Town ist kann ich dir nicht beantworten. Jeder User hätte eigentlich schon lange das besagte Board verlassen müssen wo sie anfingen mit kommerziellen Machenschaften.

          • hans sagt:

            Ich dachte immer ssl-news wäre irgendein kommerzieller Usenetanbieter, Weder in Usenetrevolution und town habe ich jemals was gezahlt. Waren Revolution und Town eigentlich auch die gleichen Leute?

          • hans sagt:

            Beziehungsweise war ich in diesen Foren auch nicht angemeldet.

  10. Deutscher Michl sagt:

    Sehr geehrter Herr Solmecke,

    wie gut kennen Sie Ihre Quellen? Wie vertrauenswürdig sind die von Ihnen zitierten Insiderinfos bezüglich Datenvernichtung?

    Vielen Dank für eine Antwort.

  11. Tim sagt:

    Wie sieht es bei usenetrevolution aus, wenn man z.B auf Danke geklickt hat.
    Kann einem daraus ein Strick gedreht werden?
    Indizienbeweis?

  12. olli sagt:

    Hallo,

    wenn ich den Pressesprecher vom LKA-Sachsen richtig verstanden habe, wird momentan nur gegen die Admis ermittelt. Sie überlegen in den nächsten Wochen, ob sie gegen die Member vorgehen. Was haben die Boards von einem. In meinem Fall wäre das die Email, mein Membername und wenn es hochkommt eine IP. Die Email die ich da mal eingetragen hatte, gibt es gar nicht mehr. Laut aussage eines anderen Board im Darknet, hätten diese Seiten keine IPs protokolliert. Wenn das der Wahrheit entspricht, wäre es mächtig
    Aufwand, die Member zurück zu verfolgen. Ausserdem gäbe es immer noch keinen Beweis, das du trotz „Danke“-Button und geladener NZB, die ja eine reine Textdatei ist, was geladen hast. Ich musste gar nicht das man bei den Revos überhaupt bezahlen kann. Also bist du ein Member und kein Supporter. Member sein ist nicht illegal.

    Was Speeduse.net angeht, hatten ich da eine Flat & einen Benutzer/Kennwort (nicht mal Email) und einen PayPal-Zahlungseingang (Aber Usenet-Account ist auch nicht Illegal). Mehr wussten die nicht von mir. Naja und eine IP. Ich denke mal das die auch nichts protokolliert haben, wie in der Werbung versprochen (=aEton). Konnte bei denen nie sehen, wieviel ich geladen hatte, oder eine Historie. Trotzdem habe ich mein Notebook zurückgesetzt und alles gelöscht. Die alten Platten und Datenträger liegen schon im Plattenhimmel. Ich denke das die Verfolgung von mehr als 30000 Membern zu Aufwendig ist und der Erfolg nur minimal wäre. Ist jetzt aber nur meine kleine Meinung.

    • olli sagt:

      Ach und nochwas. Wenn ich einen anderen Artikel richtig gelesen haben, speichern die Provider die IP’s für 7 Tage. Wenn also die Stattsanwaltschaft nicht innerhalb der nächsten 7 Tage jeden Member prüfen lässt, eine Ermittlung in leere laufen würde. Die großen Provider in DE haben ja die Vorratsdatenspeicherung nach dem Spruch der Bundesnetzagentur ausgesetzt. Siehe Beitrag https://www.wbs-law.de/urheberrecht/nach-razzia-bei-lul-to-was-kann-den-nutzern-nun-drohen-74436/ unter Rückverfolgung… Das sehe ich doch so richtig, gelle….

      • tabula.rasa sagt:

        Wenn die die Server hochgenommen haben, werden die direkt den Antrag zur Speicherung der IPs veranlasst haben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass denen solch ein Fehler unterläuft.
        Allerdings bin ich auch der Meinung, dass die reine Mitgliedschaft auf so einem Board, selbst mit Danksagungen und nzb Downloads, für eine Abmahnung etc. nicht ausreicht. Nur weil man die Info hat, wo etwas zu bekommen ist, ist meiner Meinung nach nicht strafbar. Wenn du z.B. einen Drogendealer kennst, aber nie etwas bei ihm kaufst, ist das ja auch nicht strafbar.
        Wenn es stimmt, was immer gesagt wird, dass man Downloads aus dem Usenet nicht verfolgen kann, wegen SSL Verschlüsselung und dem dezentralen System des Usenet, dann bleibt eben nur das Wissen um die Speicherorte, aber nicht der Beweis eines Downloads.

        • olli sagt:

          Und damit können Sie den Membern viel vorwerfen, aber wenig Nachweisen/Beweisen. Ich glaube schon das Speeduse.Net sowie die anderen Provider nicht viel loggen/geloggt haben. Ansonsten könnte man die ja verklagen wegen Vertragsbruch ;-). Hab eben bei Aeton.nl geschaut, die sagen ja das sie spätestens nach der Abrechnung der BlockAccounts alles löschen und Anonymität gross schreiben. Bei SpeedUse.Net konnte nie ein Volumen sehen. Aber der hatte nicht mal eine Email von mir. Kam ja von den alten SecureUsenet. Der hatte ja nur mit Benutzer & Kennwort gearbeitet. Und auch der Zugang war nicht illegal. Im Den Sinne lassen wir uns überraschen, ob sie es überhaupt bei den Membern versuchen. Bis jetzt war das eher weniger der Fall

          • tabula.rasa sagt:

            Mein Nachbar war bei dem Revolution Board und hatte irgendeinen Usenet Provider aus NL, der gar nichts mit den Razzien zu tun hatte.
            In solchen Fällen sehe ich das, wie ich es oben beschrieben habe. Er hat auf dem Board das Wissen um die Daten erlangt, aber einen Download dieser Daten kann ihm nicht nachgewiesen werden. Daher kann ich mir nicht vorstellen, dass ihm was droht.
            Allerdings hat sich sich jetzt von mir werben lassen und hat seit Samstag legale Streamingdienste 🙂

  13. olli sagt:

    Habe ich auch, war aber (nur) bei den Revos noch regestriert. Naja vielleicht kann der Anwalt noch mal was sagen. Gab ja schon eine direkte Frage an Ihn… Wie gesagt im schlimmsten Fall können sie 7 Tage nachweisen (wenn richtig verstanden)…. Aber die Daten waren ja bei Speeduse.Net über ssl gezogen. Also verschlüsselt für den Provider. Und die Rechenzentren sind ja im Moment noch unbehelligt. Speeduse.Net hat ja auch nur Zugänge verkauft als Reseller. Nur halt die Falsche Werbung gemacht

    • CZ1975 sagt:

      Aber es wurden doch laut Pressemitteilung auch diverse Rechenzentren in versch. Ländern, u.a. auch Niederlande, durchsucht, oder sehe ich das falsch? Somit könnte es ja durchaus sein, dass die IP Adressen vorliegen, oder nicht ? Ganz wohl ist mir nicht bei der Sache….

  14. uwe sagt:

    In der Pressemitteilung steht das die besagten Foren und zwei Usenet Vertriebsseiten offline genommen wurden. Ich hab mal ein bisschen recherchiert und festgestellt das die Server von speeduse.net noch erreichbar sind. Speeduse.net ist auch nur ein Reseller und nutzt die Newsserver von eweka. Für mich sieht es danach aus als hätten Behörden bisher gar keinen Zugriff auf die Newsserver und somit auch keine Logdateien sofern es denn überhaupt Logs mit ausreichenden details gibt. Kundendaten von den Vertriebsseiten bei speeduse.net besagen ja erstmal nichts. Bleibt also noch die Registrierung/Mitgliedschaft in den Boards. Beides für sich genommen und ohne Logs der Newsserver eher unproblematisch denke ich.

    • Bertram sagt:

      Dein Wort in Gottes Ohren. Viele erleben bestimmt dennoch eine gewisse Zitterpartie! Ungewissheit und die mögliche Panikmache der Medien schüren zudem das ungute Gefühl das in einem erwacht ist. Was genau ist mit dem Abo gemein? Ist das Speeduse ein Abo gewesen, oder sowas nahekomendes?

    • olli sagt:

      Die Server lassen sich auch noch an-ping-en. der ams.speed…. und der us.speed…. Soweit ich weis wurde eweka auch nicht angegangen. Die Seite verkauft auch weiter Zugänge. Auf Tarnkappe gibt es einen Podcast zu dem Thema. Wurden eigentlich die LUL-Member jemals gross belangt?

  15. Michel sagt:

    Mal ne theroretische Frage. Welche Kosten können auf einen nutzer von town oder usenetrevolution zukommen, wenn der sagen wir mal 100 Filme runtergeladen hat? Es handelt sich ja um einen reinen Download, ohne Weiterverbreitung.

    • tabula.rasa sagt:

      Ich meine mich zu erinnern, dass es 150€ plus Lizenzkosten für den legal Download sind.
      Aber, nur dass du Kenntnis von dem Speicherort eines illegal hochgeladenen Werkes hast, bedeutet nicht, dass du das Werk auch runtergeladen hast. Den Download des Werkes hast du ja nicht durch das Boardsystem getätigt, also ist da keine Verbindung zu der Copyrightverletzung. Erst wenn sie dir nachweisen können, dass du das Werk tatsächlich gezogen hast, also z.B. durch deine IP beim Usenetprovider mit entsprechenden Verbindungsdaten, können sie dir was. Und genau diese Daten wird es wohl nicht geben.

    • olli sagt:

      Wie im dem Artikel vom LuL – Verfahren (Link siehe oben) entnehmen kannst speichern die Provider 7 Tage die Verbindungsdaten. Im schlimmsten Fall haben Sie Daten von 1. November bis 7. November. Ausser du machst fröhlich weiter.

      Wenn du die 100 Filme in 7 Tagen geladen hast würde ich sagen, du solltest dir mal Gedanken über deine Datensicherung machen (Standort usw.)

      Ich denke die Providerdaten von den Usenet-Servern werden denen nicht vorliegen. Die Provider wurden lt. Aussage des Anwalts ja wegen der Beihilfe (Werbung) hochgenommen. Um an die Serverdaten zu bekommen müssten die beim Rechenzentrum (eweka) aufschlagen. Aber auch die loggen nicht ewig mit. Wenn die überhaupt loggen. Ich denke für die Abbrechnung an SpeedUse.Net nur das Volumen.
      Ich denke die Provider hatten im schlimmsten Fall die Tagesdaten. Speeduse.net war auch bis Donnerstag Mittag noch erreichbar. Danach kam es zu einem „Authentification Error“. Hatte Donnerstag Morgen die Verbindung gecancelt, und Nachmittags konnte ich mich nicht mehr anmelden.

      Spannend ist die Frage, wenn du aus dem Usenet TV-Rips (z.B. Kinderserien von Kika, SRTL, Toggolino / öffentliche TV-Serien z.B. Last Man on Earth von Pro7 Maxx usw.) geladen hast. Ist das eine Urheberrechtsverletzung oder ist das eine legale Sicherung. Genauso wenn du ein Netflix/Amazon-Prime-Account hast, und dir die Serien auf deine Platte gezogen hast. Ist das dann auch Urheberchtsverletzung. Du zahlst ja noch für die?

      Die Frage kannst du aber nur durch einen Fachanwalt klären lassen und ich denke von WBS wird es erstmal keine weiteren Infos geben.

      Im Großen und ganzen werden die Hauptsächlich die Admins/Uploader/Supporter haben wollen. Bei den kleinen Membern lohnt der Aufwand nicht. Ist ja eine Leichte Rechnung. 3 Boards hochgenommen. Jeweils ca 25k Member. Die müssten 75k Accounts prüfen. Diese 75k Accounts müssten die illegalen Downloads zugeordnet werden (was im Usenet schwierig ist).

  16. Michel sagt:

    Wenn man legal zahlender Kunde eines legalen Services wie ssl-news war, hatte man anscheinend automatisch Zugriff auf diese ominöse usenet-town Seite. Zumindest sieht man das wenn man die Url in die webarchive Seite eingibt.

    Wie kann man als legaler Kunde eines Unternehmens dafür belangt werden, dass die mit den gleichen Logindaten so eine Seite einrichten?

  17. J@n sagt:

    Warum steht eigentlich nicht bei allen angesprochenen (hochgenommenen) Seiten dieser Sicherstellungsbanner des LKA? Es sollte doch nen mächtiger Schlag gewesen sein gegen die Usenet-Szene. Hätte dann nicht jeder von diesen Seiten, die vom Netz genommen wurden, einen solchen Banner verdient? Vor allem wundert es mich bei Usenetrevo und Speeduse. Die haben auch keinen Banner. Dabei werden die hauptsächlich in der Presse erwähnt. Hat dies einen Grund?

  18. Josef sagt:

    Sehr geehrter Herr Solmecke,

    könnten Sie sich evt. zu den theoretischen zivilrechtlichen Kosten äussern?

    mal ein theoretisches Gedankenspiel:

    Wenn ein Forumsuser beispielspsweise 100 Filme/Serien geladen hat ( und nicht upgeloadet oder weiterverbreitet), was kann da zivilrechtlich an Kosten insgesamt auf ihn zukommen? Und wie ist da der Beweisbedarf? Müssen Downloadprotokolle der beschlagnahmten Usenetanbieter vorhanden sein? Und muss die Ip Adresse dazu verifiziert sein, oder reicht da das Login vom Benutzer mit den Zahlungsdaten an das stillgelegte Usenetservice? Bei den vielen Kommentaren zu lul.to finden sich Aussagen von Ihnen und anderen Anwälten, dass der zivilrechtliche Schadenersatz bei den Lizenzkosten pro Werk ( also in dem Fall Filme, die so ca. 10-15 Euro auf Amazon kosten) und einmalig (!) 154 Euro liegt. Weil der Schaden ja eigentlich nur die Kosten sind, die der Film im legalen digitalen Download gekostet hätte.

    Wären das dann insgesamt für das Beispiel mit den 100 Filmen 1000 Euro an Lizenkosten und einmal 154 Euro? ( Oder vielleicht insgesamt plus 10x 154 Euro weil soviele verschiedene Filmfirmen gibt es ja nicht)
    Also insgesamt zwischen 1500 und 3000 Euro?

    Oder könnten die 154 Euro PRO Film verrechnet werden, weil da kann die theoretische Abmahnung bei langjährigen Benutzern auch locker auf 100.000 Euro kommen?

    Ist der Fall lul.to vergleichbar, weil es sich hier auch nur um reine Downloads handelte?
    Oder können die Benutzer dieser Foren und Usenetanbieter mit extremen Abmahnungen rechnen? Das könnten ja je nach Downloads auch 100.000e Euro sein.
    Hat es bei lul.to schon zivilrechtliche Abmahnungen gegeben?

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