Urheberrecht

US-Filmindustrie gewinnt Prozess gegen Filehoster „Hotfile“

Das seit 2011 laufende Verfahren gegen den Filehoster „Hotfile“ konnte nun mit einem rechtskräftigen Urteil abgeschlossen werden. Eine Bundesbezirksrichterin in Florida hatte den Internetdienstanbieter, auf dessen Plattform Anwender Dateien unmittelbar mit oder ohne vorherige Anmeldeprozedur speichern und zum Download bereitstellen können, in einem abgekürzten Verfahren der Beihilfe zur Copyrightverletzung für schuldig befunden.

Generell stehen die meisten Filehoster unter berechtigtem Beschuss von Rechteinhabern, da Plattformen oft zur illegalen Verbreitung urheberrechtlich geschützter Inhalte wie Software, Musik und Filme genutzt werden.

© Africa Studio - Fotolia.com

© Africa Studio – Fotolia.com

Rechteanmaßung durch Warner Bros.

Die Motion Picture Association of America (MPAA) warf Hotfile seit 2011 massive Copyrightverletzungen vor. In ersten juristischen Schritten hatte das Gericht den Vorwurf zunächst abgewiesen, da der Filehoster sein Angebot laut seiner eigenen Argumentation durch den Digital Millennium Copyright Act (DMCA) gedeckt sah, welcher vorsieht, dass rechtswidrig bereitgestellte Dateien durch den Rechteinhaber gesperrt werden können.

Hotfile wiederum hatte vor Gericht den Vorwurf erhoben, das Filmstudio Warner Bros. hätte pauschal die Löschung diverser Dateien verlangt, ohne an ihnen die Rechte zu besitzen. Warner hatte diese Rechteanmaßung eingestanden und diese mit dem Aufwand der manuellen Überprüfung einzelner Dateien begründet.

Erfolg für die Motion Picture Association of America

Trotz langem Rechtsstreit sah die Bundesbezirksrichterin nun die Rechts- und Faktenlage zu Gunsten der MPAA und die Urheberechtsverletzungen als so massiv an, dass sie in einem abgekürzten Verfahren die Anwendung der DMCA-Schutzbestimmungen ablehnte und somit auch Hotfile-Gründer Anton Titov persönlich haftbar macht. Der Beschluss der Richterin soll ein klares Signal sein, „dass Unternehmen wie Hotfile, die auf einem Fundament gestohlener Werke fußen, für den Schaden zur Verantwortung gezogen werden“, so wird MPAA-Chef Chris Dodd zitiert.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 4,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.