Urheberrecht

Urheber-Kampagne forciert Diskussion

Ende der letzten Woche haben rund 100 Künstler und Kulturschaffende eine Kampagne unter dem Motto „Wir sind die Urheber“ gestartet. Darin sprachen sich die prominenten Unterzeichner gegen den Diebstahl geistigen Eigentums aus. Mittlerweile liegt die Zahl der Unterstützer bei über 1500.

In der öffentlichen Erklärung heißt es u. a.: „Das Urheberrecht ist eine historische Errungenschaft bürgerlicher Freiheit gegen feudale Abhängigkeit, und es garantiert die materielle Basis für individuelles geistiges Schaffen.“

Weiter heißt es im Text der Kampagne: „Die neuen Realitäten der Digitalisierung und des Internets sind kein Grund, den profanen Diebstahl geistigen Eigentums zu rechtfertigen oder gar seine Legalisierung zu fordern.“ Es gelte vielmehr, das Urheberrecht den digitalen Möglichkeiten anzupassen und zu stärken. Die alltägliche Präsenz des Internets könne „keinen Diebstahl rechtfertigen und ist keine Entschuldigung für Gier oder Geiz“, so der Text weiter. Zu den ersten Unterzeichnern gehörten u. a. die Autoren Daniel Kehlmann, Günther Wallraff, Uwe Tellkamp, Charlotte Roche und Martin Walser.

Wir sind die Bürger

Als Reaktion auf die Kampagne wurde von „Webevangelist“ Thomas Pfeiffer die Kampagne „Wir sind die Bürgerinnen und Bürger“ initiiert. Doch die Gegenkampagne zeigt sich versöhnlicher als zu vermuten gewesen wäre. Darin heißt es: „Wir wollen das Urheberrecht nicht abschaffen! Im Gegenteil: Wir möchten, dass das Urheberrecht zukunftsfähig bleibt, aber das bedeutet, dass es sich an gesellschaftliche Realitäten annähern muss.“

Man erkenne an, dass Künstler von ihrer kreativen Arbeit leben müssen und es dafür Rahmenbedingungen wie Verwertungsgesellschaften und Bezahl-Angebote bedürfe.

Jedoch seien viele Bürger von Fragen wie „Darf man zu seinem Lieblingslied singen oder tanzen und das Video dazu im Internet veröffentlichen?“ überfordert. Daher müsse man „die rechtlichen Rahmenbedingungen so ausgestalten, dass die Interessen der Urheber gewahrt bleiben – und dass gleichzeitig möglichst viele Menschen diese Regeln als gerecht empfinden und sich daran halten“, so der Text der Reaktion weiter.

Die Gegenaktion, die bereits von über 4.700 Personen unterzeichnet wurde, endet mit dem Satz: „Lassen Sie uns gemeinsam nach Lösungen suchen, die das Recht der Urheber, über das eigene Werk zu verfügen genauso respektieren wie das Recht aller Menschen, frei von Repression und Überwachung zu leben.“

Immerhin scheint die Aktion der Kunstschaffenden die momentan eh sehr präsente Urheberrecht-Diskussion weiter anzutreiben. Der WDR hatte bereits vor dem Erscheinen der Kampagne im Rahmen der Republica12 eine Umfrage bei Netzprominenten zu diesem Thema durchgeführt.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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