Urheberrecht

Synchronsprecher müssen im Vor- oder Abspann eines Films genannt werden

Das Landgericht Berlin (LG) hat entschieden, dass Synchronsprecher einen Anspruch darauf haben namentlich im Vor- oder Abspann des Filmwerks genannt zu werden. Dieser Anspruch leitet sich aus dem im Urheberrechtsgesetz verankerten Prinzip ab, dass der Urheber das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk hat (Vgl. §13 UrhG) (Urteil v. 04.11.2014 – Az.: 15 O 153/14).

 

Im Vertrag zwischen den Streitparteien, einer Filmverleiher Firma und einem Synchronsprecher, war folgendes geregelt: „Das Studio, seine Auftraggeber und deren etwaige Partner sind berechtigt, aber nicht verpflichtet, den Vertragspartner im Vor- oder Nachspann sowie in Ankündigungen jeder Art zu nennen“.

Die Filmverleiher Firma entschied sich den klagenden Synchronsprecher nicht zu nennen. Dieser machte daraufhin nach der Vorführung des Films Schadensersatzersatzansprüche wegen unterbliebener Urhebernennung geltend. Zudem verlangte er, dass die Firma in Zukunft den Film nicht mehr öffentlich vorführt, ohne deutlich sichtbar im Vor- oder Abspann des Films auf seine künstlerische Mitwirkung hinzuweisen.

In AGB kann die Urhebernennung nicht ausgeschlossen werden

Damit habe die Firma das gem. §74 Abs. 1, Satz 2 UrhG geschützte Benennungsrecht des Synchronsprechers verletzt, entschied das Gericht. Dabei betonte das Gericht, dass bei Werken, die sich aus verschiedenen Urhebern zusammensetzen, grundsätzlich jeder Urheber zu nennen ist.

Die Klausel in den AGB, die die Möglichkeit der Nichtnennung bereithalte, benachteilige die Vertragspartner unangemessen und sei daher unwirksam.

Das Gericht erinnerte daran, dass die Urheberbezeichnung eine erhebliche materielle Bedeutung habe, da sie maßgeblichen Einfluss auf Folgeaufträge hat.

Dem Synchronsprecher wurde eine Entschädigung in Höhe von 100% des der Verleihfirma zugeflossenen Nutzungshonorars zugesprochen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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