Urheberrecht

Strenge Sorgfaltspflichten bei Nutzung von Bildern im Online-Bereich

Am 28.05.2014 entschied das Amtsgericht München (Az.: 42 C 29213/13), dass den Verwender eines Fotos im Online-Bereich eine strenge Prüf- und Erkundigungspflicht trifft. Er sei grundsätzlich dazu verpflichtet, die gesamte Kette der einzelnen Rechtsübertragungen zu überprüfen. Unterlässt der Verwender dies, handelt er regelmäßig fahrlässig und schuldhaft und bildet damit die Grundlage, um Schadensersatz von ihm zu verlangen wegen einer Urheberrechtsverletzung.

Strenge Sorgfaltspflichten bei Nutzung von Bildern im Online-Bereich ©-ferkelraggae-Fotolia-Fotolia_31081868_XS

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Vervielfältigungsrecht und Recht der öffentlichen Zugänglichmachung verletzt

Vorliegend verwendete der Beklagte Lichtbildwerke der Klägerin über 9 Monate auf seiner Webseite, ohne den Urheber um seine Erlaubnis zu fragen, bzw. ihn zu benennen. Gemäß §§ 97 Abs. 2, 15 Abs. 1, Nr. 1 i.V.m. 16; 15 Abs. 2 Nr. 2 i.V.m. 19a UrhG klagte der Urheber nun auf Schadensersatz in Höhe von 1.790,54 € nebst Zinsen hieraus, wegen der Vervielfältigung und der öffentlich Zugänglichmachung von Lichtbildwerken.

Zu Recht, wie das AG München nun entschied. Der Beklagte berief sich zunächst darauf, von einem Dritten die Rechte übertragen bekommen zu haben. Diese Argumentation überzeugte jedoch nicht, denn das AG München stellt hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflichten, wonach die gesamte Kette der Rechtsübertragungen betrachtet werden müsse. Somit war der Verwender verpflichtet, Schadensersatz zu zahlen, sowie eine Verletzeraufschlag in Höhe von 100 %, wegen unterlassender Nennung des Urhebers.

Hoher Schadensersatz ist die Folge von „nur“ fahrlässigem Handeln

Es wird also teuer, wenn es um die unerlaubte Nutzung eines Lichtbildwerkes, oder Lichtbildes im Online-Bereich geht. Eine genaue Prüfung der Rechteinhaberschaft ist zwingend erforderlich, denn Fahrlässigkeit lässt sich hier schnell bejahen.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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