Urheberrecht

Soundcloud löscht Accounts wegen angeblich verbotener Remixe – Zu Recht?

In den sozialen Netzen ist seit ein paar Tagen eine heiße Diskussion um die Sperrung von Soundcloud Konten entbrannt, auf denen Remixe und Mashups bekannter Künstler angeboten wurden. Soundcloud sperrt die Konten, nachdem Sony Music Entertainment und die Universal Music Group Urheberrechtsansprüche geltend gemacht haben. Zu Recht?

Was sind Remixe und Mashups?

Ein „Remix“ basiert auf ein bereits bestehendes Musikstück, das anhand technischer Mittel bearbeitet wurde. Ein „Mashup“ basiert auf mindestens zwei Songs, die miteinander vermischt werden. Beide Formen interpretieren bereits bestehende urheberrechtlich geschützte Werke neu.

Was gilt im Urheberrecht?

Das deutsche Urheberrecht schützt den Künstler auch vor ungenehmigten Bearbeitungen seines Werkes. § 23 des Urheberrechtsgesetzes legt fest, dass Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes nur mit Einwilligung des Urhebers veröffentlicht oder verwertet werden dürfen. Der Urheber darf frei über die Nutzung seines Werkes entscheiden und auch entsprechende Lizenzgebühren verlangen. Es kommt für eine im Übrigen nicht darauf an, wieviel von dem Werk bearbeitet wird. Auch kleinste Ausschnitte sind urheberrechtlich geschützt.

Die Art der Nutzung ist entscheidend

Für die Nutzer und DJs heißt das: Solange privat mit den Musikwerken der Künstler experimentiert wird, besteht kein Problem. Werden die Songs jedoch bei Youtube oder Soundcloud hochgeladen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, liegt eine Urheberrechtsverletzung vor. Ob das Hochladen einen Kommerziellen Zweck verfolgt oder nicht, ist irrelevant. Eine Genehmigung des Urhebers, beziehungsweise der Rechteinhaber ist in jedem Fall Pflicht. Dies kann mitunter implizieren, dass verschiedene Personen (Komponisten, Textdichter, Musiker, Labels) gefragt werden müssen.

Reicht es nicht, wenn die Rechte bei der GEMA eingeholt werden?

Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte hat hier keinen Einfluss, denn sie erteilt nur die Erlaubnis für die Nutzung der Originalwerke, die bereits vom Urheber veröffentlicht wurden. Die Bearbeitung eines Werkes muss jedoch erst einmal vom Urheber genehmigt werden, bevor sich die Frage zu den Nutzungsrechten stellt.

Was droht Künstlern, deren Soundcloud Account noch nicht gesperrt wurden?

Künstler, die weiterhin Remixe und Mashups im Netz den Usern zur Verfügung stellen, riskieren eine teure Abmahnung. (JEB)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (2)

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  1. Buddy sagt:

    Blablabla… Die armen Urheber… wie immer. Ich würde das Urheberrecht KOMPLETT abschaffen, denn es ist schon lange ausgeartet.
    Wenn jemand was verkaufen will, dann muß er eben damit rechnen, daß seine „Werke“ danach bearbeitet werden und evtl. sogar wieder verkauft werden. So einfch muß das eigentlich sein, ohne Gesetzesdschungel, in dem kein normaler Mensch mehr durchsieht oder davon überhaupt nichts weiß. Die Gesetze müssen endlich auf ein ganz normales, einfaches Leben reduziert werden, in dem sich nicht ständig alle abmahnen und verklagen können.
    Ein Urheber kann eben nur davon leben, was er verkauft. Danach verzichtet er auf jedes Recht. Einen Tisch kann man doch z.B. auch bearbeiten und wieder verkaufen. Oder was ist mit getunten Autos? Ein Wunder, daß noch nicht jeder zweite Autofahrer eine Abmahnung bekommt, weil irgendwas an seinem Auto verändert wurde.
    Und genauso muß jeder Urheber behandelt werden. Wie alle anderen eben auch. Wenn er was verkauft, hat er Glück, wenn nicht, Pech. So geht es den meisten und niemand kann auch nur ansatzweise darüber jammern, daß seine Arbeitsleistung z.B. bei einem Wiederverkauf bei Ebay nicht nochmal und nochmal und nochmal entlohnt wird. Da müßte ja jeder immer wieder was davon abbekommen, denn warum soll nur der „Urheber“ mehrfach für seine Arbeit entlohnt werden, wofür sogar andere immer wieder kriminalisiert werden??? Diese Welt ist im Arsch!!! Hauptsache, die Lobby bekommt immer genug Kohle. LEBENSLANGE Entlohnung durch EINMALIGE Leistung alleine schon durch die Gema. Das ist nichts anderes als die Mafia. „Geschäftsmodelle“ wie im Mittelalter mit lebenslanger Entlohnung. WIESO darf es sowas noch geben??? Achja, weil in unserer schönen „Demokratie“ niemand was sagt bzw. sowieso niemand was zu sagen hat.

  2. Wie sieht es dann aber mit dem live Remixen auf einer öffentlichen Veranstaltung aus?
    Selbst wenn vom Veranstalter GEMA-Gebühren bezahlt werden, müsste der DJ ja eigentlich von jedem Urheber seiner Remixe die Erlaubnis einholen?

    Damit wären alle öffentlichen Veranstaltungen hinfällig.

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