Urheberrecht

Sind 3D-Drucke auf eBay Urheberrechtsverletzungen?

Ein eBay – Verkäufer verkauft 3D-Drucke fremder Entwürfe auf der Online-Plattform. Nun entfacht eine Diskussion über die Rechtswidrigkeit dieser Entwürfe.

 Sind 3D-Drucke auf eBay Urheberrechtsverletzungen? © ferkelraggae-Fotolia

Sind 3D-Drucke auf eBay Urheberrechtsverletzungen? © ferkelraggae-Fotolia

Worum es geht

Eine Reihe von Künstlern hat es sich zur Aufgabe gemacht, Entwürfe für die neusten 3D-Drucker zu entwerfen. Hierbei handelt es sich um Geräte, welche mittels neuartiger Technologie, Zeichnungen verarbeiten und dreidimensionale Figuren drucken.

Diese Entwürfe finden sich auf Online-3D-Datenbanken wieder, wo sie dann von den entsprechenden Nutzern heruntergeladen und privat verwendet werden können. Künstler, die ihre eigenen Entwürfe auf diese Art bereitstellen, müssen bei diesen Datenbanken eine Lizenz wählen und können auf diese Weise festlegen, ob sie stets als Urheber genannt werden wollen oder gar die kommerzielle Verwendung ihrer Entwürfe verbieten möchten.

Kontroverse in den USA

Der US-amerikanische eBay – Händler mit dem Pseudonym just3Dprint bot auf der Online-Plattform 3D-Drucke zum Verkauf an. Die Entwürfe für die Drucke entnahm er, seiner Ansicht nach völlig zu Recht, diversen 3D-Datenbanken.

Dies wiederum sorgte unter den Künstlern für Diskussionen. Die Kommerzielle Verwendung der Entwürfe ohne Nennung der Urheber sei rechtswidrig und etwas, wogegen vorgegangen werden müsse. Der eBay – Händler selbst rechtfertigt sein Geschäft mit den Drucken damit, dass es sich bei den Dateien auf den 3D-Plattformen um Public-Domain -Material handle. Der Ausschluss der kommerziellen Verwendung der hochgeladenen Dateien sei unwirksam und hielte einer rechtlichen Überprüfung nicht stand. Darüber hinaus seien Werke nur ab einer gewissen Schöpfungshöhe urheberrechtlich geschützt.

Stimmt das? Kein Urheberschutz für die Entwürfe?

Dem widersprach der Rechtsberater beim 3D-Druckdienstleister Shapeways Michael Weinberg. Seinen Ausführungen zufolge sind 3D-Entwürfe schützenswert und insbesondere jeder kommerzielle Verwender der Entwürfe muss sich an die Bedingungen der jeweiligen Lizenz halten.

Die Nichtnennung der Urheber sei eine Rechtsverletzung, ebenso wie die kommerzielle Verwendung solcher Drucke, deren Urheber ebendiese grundsätzlich ausschließen.

Fazit für deutsche Druckdienstleister

Die deutsche Rechtslage dürfte ähnlich einzuschätzen sein. Grundsätzlich gilt, jedes Werk genießt ab einer gewissen Schöpfungshöhe urheberrechtlichen Schutz. Von einer kommerziellen Verwendung fremder Zeichnungen und 3D-Entwürfe ist also grundsätzlich abzuraten.

Sofern Druckdienstleister fremde Entwürfe dennoch verwenden möchten, sollten sie jedoch mit den Urhebern entsprechende Vereinbarungen treffen und die erforderlichen Lizenzen einholen. (KaV)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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