Urheberrecht

Das Recht am eigenen Bild – Urheber oder Abgebildete?

Welche finanziellen Ansprüche hat man als Urheber, wenn ein Bild, ohne Einverständnis genutzt wird? Und welche, wenn man selbst auf dem Bild abgebildet ist? 

Gerade in Zeiten von Social Media und Digitalisierung passiert es nicht selten, dass ein User Bildmaterial ohne das Einverständnis des Urhebers publiziert. Dies ist jedoch rechtlich unkompliziert handzuhaben. Der Urheber oder Leistungsschutzberechtigte an einer Fotografie, die in einem Medium Verwendung findet kann für die Nutzung seines Werkes ein Honorar verlangen, auch wenn dies vorab nicht vereinbart wurde. § 97 Abs. 2 des Urhebergesetztes (UrhG) spricht dem Fotografen einen Schadensersatzanspruch in Höhe des üblicherweise zu zahlenden Honorars zu.

© Africa Studio - Fotolia.com

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Anspruch der Abgebildeten

Auf Fotos Abgebildete haben hier den Kürzeren gezogen. Die Rechtsprechung sieht hier keine Gleichstellung zum Urheber vor. Die sogenannte „Kommerzialisierungsfähigkeit“ des Rechtes am eigenen Bild (§ 22 Kunsturhebergesetz) ist nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) in nicht allen Fällen gegeben. Liegt zwar eine Verletzung des Rechts am eigenen Bild vor, jedoch keine die einen Schmerzensgeldanspruch rechtfertigen würde, geht der Abgebildete leer aus.

Zweck der Nutzung

Begründet wird dies im Zweck der Nutzung der Fotografie. Wird das Foto nicht zu Werbezwecken genutzt, sondern nur redaktionell, also etwa im Rahmen der Nachrichtenberichterstattung, liegt in den meisten Fällen kein Anspruch vor. Dazu muss ein überwiegendes berechtigtes Interesse des Betroffenen bestehen.

Ausnahmen

Ohne die nach § 22 KUG erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:

    1. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;
    2. Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;
    3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;
    4. Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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