Urheberrecht

Produzentenallianz, ver.di und BFFS vereinbaren „Ergänzungstarifvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm“

Die Allianz Deutscher Produzenten – Film & Fernsehen e.V. hat sich mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und dem Bundesverband der Film- und Fernsehschauspieler e.V. (BFFS) auf einen „Ergänzungstarifvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm“ geeinigt.

Künftig sollen damit Beteiligungsansprüche von Filmurhebern und ausübenden Künstlern bei Kinofilmen geregelt werden, so die Meldung der Produzentenallianz. Dies sei eine Ergänzung zum bereits bestehenden Manteltarifvertrag und dem Gagentarifvertrag.

© Maria.P.-Fotolia

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Ansprüche der Filmurheber

Das Besondere an dem Ergänzungstarif sei, dass es dabei nicht um Einzelansprüche gehe, sondern um die Ansprüche von Filmurhebern wie Regisseuren, Kameraleuten und Editoren sowie den ausübenden Künstler wie z. B. den Schauspielern, so die Meldung weiter.

So heißt es in dem Ergänzungstarifvertrag:

4.4. Dieser Ergänzungstarifvertrag sieht die Zahlung einer Erlösbeteiligung für alle für die Herstellung eines Kinofilmes engagierten ausübenden Künstler und für sämtliche Filmschaffende vor, denen in Bezug auf den jeweiligen Kinofilm Ansprüche aus §§32 und 32 a UrhG zustehen können (zusammen die „Berechtigten“)8, auch wenn die entsprechenden Mitwirkenden nicht tarifgebunden sind oder sie ihre Leistungen als Selbständige erbringen. Filmschaffende im Sinne dieses Ergänzungstarifvertrages sind alle unter den Manteltarifvertrag fallenden Gewerke9. Nicht unter die von diesem Ergänzungstarifvertrag erfassten Filmschaffenden fallen die in Ziff. 4.5 genannten Gewerke. 

Nicht erfasst seien u. a. die Erlösbeteiligungsansprüche von Drehbuchautoren, den Urhebern zugrundeliegender Werke (Roman, Theaterstück), der Komponisten und sonstigen Urheber vorbestehender Werke, die nicht unter die im Manteltarifvertrag geregelten Gewerke fallen, so die Angaben im Ergänzungstarifvertrag.

Alexander Thies, Vorsitzender des Vorstands der Produzentenallianz zeigte sich erfreut, dass nun, nach über zehn Jahren der im Urhebervertragsrecht formulierte gesetzliche Auftrag mit dem ‚Ergänzungstarifvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm‘ erfüllt sei. „Wir erkennen damit den Anteil unserer Partner – der Filmurheber und ausübenden Künstler – an erfolgreichen Filmen nicht nur ideell an, sondern beteiligen sie ab jetzt auch materiell an den Verwertungserlösen des Filmherstellers. Auf der anderen Seite bringt der Abschluss für uns Produzenten eine weitgehende Rechtssicherheit mit sich, da er auch für solche Mitwirkende, die nicht unmittelbar der Tarifbindung unterliegen, Präzedenzcharakter haben wird“, so Thies laut der Meldung der Produzentenallianz.

Der „Ergänzungstarifvertrag Erlösbeteiligung Kinofilm“ ist finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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