Jugendmedienschutz

Produzentenallianz stellt Forderungen an neue Bundesregierung

Die Deutsche Produzentenallianz hat für die anstehenden Sondierungsgespräche einen Forderungskatalog vorgelegt, um die hiesige Filmlandschaft zu stärken.

In dem nun veröffentlichten Forderungskatalog geht es der Produzentenallianz im wesentlichen um folgende fünf Themenkomplexe:

FFG

Zum Ersten geht es den Produzenten darum, dass das FFG als einer der wesentlichen Pfeiler der deutschen Filmlandschaft auch in Zukunft gesichert werden muss. Zudem solle die Förderung durch den DFFF verstetigt werden.

© Maria.P.-Fotolia

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Künstlersozialversicherungsgesetz

Zweitens gelte es, das Künstlersozialversicherungsgesetz zu novellieren und eine Neuregelung der Künstlerbesteuerung zu erwirken. Man müsse die Beiträge der abgabepflichtigen Filmproduktionsunternehmen gegenüber der Künstlersozialkasse durch Wiedereinführung der sektoralen Regelungen massiv senken und den Bundeszuschuss erhöhen, so eine der Forderungen.

Internationale Filmschaffende, die bei Produktionen in Deutschland mitwirken, müssten von der Quellensteuer (Auslandssteuer) gem. § 50 a, EStG freigestellt werden.

Produzentenurheberrecht

Darüber hinaus müssten Produzenten beim Urheberrecht gestärkt werden. Ein eigenständiges Produzentenurheberrecht müsste anerkannt und ein urheberrechtlicher bzw. wettbewerbsrechtlicher Formatschutz mit Augenmaß eingeführt werden. Zudem müsse eine gesetzliche Regelung des Rechterückfalls an Produzenten im Falle nicht genutzter Auswertungsrechte nach fünf Jahren geschaffen werden.

Im Bereich der Leermedien und Geräteabgabe müsse eine angemessene Vergütung für Urheber und Produzenten durch Beschleunigung des Festlegungsverfahrens der Vergütungshöhe sichergestellt werden, so eine weitere Forderung der Produzentenallianz. Eine Rückkehr zur festen gesetzlichen Vergütung und die Einführung einer Hinterlegungspflicht müsse darüber hinaus geprüft werden.

Kapitalstruktur

Viertens müsse die Kapitalstruktur der mittelständisch geprägten Produktionswirtschaft gestärkt und effektive Angebote der Filmfinanzierung unter Einbeziehung der KfW entwickelt werden. Dabei gelte es, die steuerlichen Rahmenbedingungen für die Film- und Fernsehwirtschaft (z.B. durch Medienerlass, Koproduktion, Verlustvortrag) zu verbessern und so Investitionsanreize zu schaffen. Auch Bürgschaften für Produktionsverträge zwischen Sendern und Produzenten seien vonnöten, so die Produzentenallianz.

Jugendmedienschutz

Zudem müsse der Jugendmedienschutz in Deutschland gestärkt werden. Die Produzentenallianz setze sich auch für eine Stärkung der Produktion von Kinder- und Animationsprogrammen in Deutschland ein und wolle auf die Erschließung zusätzlicher Mittel für die Herstellung neuer Kinder-/Animationsprogramme hinwirken.

Der Vorsitzende des Produzentenallianz-Gesamtvorstands, Alexander Thies, sagte dazu: „Trotz der in unserem föderalen System festgeschriebenen Kulturhoheit der Länder sind grundsätzliche wichtige Themen auf der Bundesebene angesiedelt, die wir durch eine neue Koalition entsprechend angegangen und gelöst wissen wollen.“

Die Forderungen der Produzentenallianz finden Sie hier

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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