Urheberrecht

Positiver Trend bei den Regionalfenstern bei RTL und Sat.1 setzt sich fort

Die Regionalfenster auf RTL und Sat.1 erfüllen die formalen Anforderungen der so genannten Fernsehfensterrichtlinie. Inhaltlich hat sich der positive Trend bei den Fensterprogrammen fortgesetzt.

So wird mittlerweile teilweise ganz auf Gewinnspiele verzichtet, der durchschnittliche Anteil am Gesamtfensterprogramm liegt nur noch bei 3,9 Prozent (2005: 5,1 Prozent). Auch überlange Wetterberichte, die in der Vergangenheit negativ aufgefallen sind, sind aus den Regionalfenstern verschwunden. So das Ergebnis einer Untersuchung durch das Institut für Medienforschung IMGÖ im Auftrag der Landesmedienanstalten.

„Damit erfüllen die Programmfenster die gesetzlichen Voraussetzungen für eine medienkonzentrationsrechtliche Berücksichtigung“, erklärte der Vorsitzende der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Landesmedienanstalten, Thomas Langheinrich. Die Berücksichtigung kann entscheidend sein, falls ein Sender oder eine Sendergruppe die konzentrationsrechtliche zulässige Grenze von 25 Prozent Marktanteil überschreitet. Da die Regionalfenster von RTL und Sat.1 die Vorgaben erfüllen, werden den Senderfamilien zwei Prozent Marktanteil quasi „erlassen“, weitere drei Prozent werden abgezogen, weil Drittsendezeiten zur Verfügung gestellt werden.

Allerdings gibt es auch bei zwei Programmfenstern in Nordrhein-Westfalen und Hessen eine Entwicklung hin zu mehr „Human Touch Themen“ und damit eine Reduzierung der „Hard-News-Berichterstattung“, die als „grenzwertig“ im Sinne der Fernsehfensterrichtlinie eingeschätzt wird. Der ZAK-Beauftragte für Programm und Werbung der Landesmedienanstalten, Prof. Dr. Norbert Schneider, stellte fest: „Insgesamt überwiegt aber das Positive. Der seit Einführung der Fernsehfensterrichtlinie sich abzeichnende positive Trend hat sich bei der Programmgestaltung fortgesetzt.“

Da die Veranstalter jederzeit damit rechnen müssen, dass ihre Inhalte überprüft werden, dient die Inhaltsanalyse auch zur Qualitätssicherung im redaktionellen Alltag sowie zur Aufrechterhaltung journalistischer Standards bei der Regionalberichterstattung.

Untersucht wurden über einen Zeitraum von einem Jahr insgesamt 200 Einzelsendungen und über 100 Programmstunden, die stichprobenartig nach dem Zufallsprinzip ausgewählt wurden.

Die Fernsehfensterrichtlinie gibt eine Bruttosendezeit von 30 Minuten vor, davon sechs Minuten maximale Werbedauer und 20 Minuten redaktionell gestaltete regionale Sendezeit. Im Wochendurchschnitt müssen mindestens 10 Minuten regionale und aktuelle und ereignisbezogene Inhalte ausgestrahlt werden. (Quelle: PM der ZAK vom 15.01.2009; Nr. 02/2009)

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

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