Urheberrecht

Plagiatsvorwurf: Klage gegen Hannelore Kohl-Biographie

„Die Frau an seiner Seite“, die Biographie von Heribert Schwan über Hannelore Kohl, soll zu großen Teilen ein Plagiat sein, so zumindest Peter und Walter Kohl, die Söhne von Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. Nach deren Ansicht habe Schwan aus dem Buch von Peter Kohl „Hannelore Kohl: Ihr Leben“ aus dem Jahr 2002 abgeschrieben. „Die Klage ist in Vorbereitung“, teilte der Verlag Droemer Knaur am Freitag mit.

„Ob es sich um ein Plagiat handelt, werden letztlich die Juristen entscheiden, Droemer hat nach sorgfältiger Prüfung dazu eine klare Meinung“, sagte der verlegerische Geschäftsführer des Droemer-Verlages Hans-Peter Übleis. „Verlag und Autorenseite wollen und können dies nicht hinnehmen.“

In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ hatten die Söhne von Hannelore Kohl bereits angekündigt, rechtliche Schritte gegen das Buch unternehmen zu wollen. So sagte Peter Kohl im SZ-Interview: „Es gibt bei Schwan viele, viele Umformulierungen unseres Ursprungstextes nach einem immer gleichen Muster. Bis hin zu wörtlich übernommenen Passagen.“ Und weiter heißt es dort: „Er hat auch wichtige Teile der Struktur übernommen. Außerdem gibt es in Schwans Buch eine Reihe von Informationen, die er nur aus unserem Buch erfahren haben kann.“ Als Beispiele dafür nennt Kohl Informationen aus dem Tagebuch der Großmutter oder dem Familienarchiv. Peter Kohl hatte das Buch „Hannelore Kohl: Ihr Leben“ zusammen mit Dona Kujacinski geschrieben.

Der Heyne-Verlag, in dem „Die Frau an seiner Seite“ im Juni 2011 erschienen ist, weist die Vorwürfe des Plagiats zurück. Peter und Walter Kohl hätten bereits im Oktober 2011 mit einem Anwaltsschreiben versucht, dass der Verlag das Buch vom Markt nehme, „weil angeblich eine Vielzahl von Plagiaten aus einer früheren Hannelore Kohl-Biografie enthalten seien“. Nach Aussage des Heyne-Verlags habe es sich bei den beanstandeten Stellen vor allem um historische Fakten aus Hannelore Kohls Leben gehandelt „an denen nach Überzeugung aller Urheberrechtsexperten grundsätzlich keinerlei Urheberrechte bestehen“, so der Verlag.

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.