Urheberrecht

LG München: MCDonalds Werbemelodie „Ich liebe es“ genießt keinen urheberrechtlichen Schutz

Das Landgericht München I hat entschieden, dass der Komponist dieses Werbe-Jingles von MCDonalds keinen Schadenersatz verlangen kann. Die Melodie „Ich liebe es“ ist derart einfach gestrickt, dass sie kein geschütztes Werk im Sinne des Urheberrechtes darstellt.

 

Im Streit um die Nutzung der McDonalds-Werbemelodie „Ich liebe es“ hat die 21. Zivilkammer des Landgerichts München I  die Klage des Komponisten abgewiesen.

 

Der Kläger war im April 2003 von einer Werbeagentur beauftragt worden, an der Erstellung eines Werbejingles für McDonalds mitzuwirken. Seine Komposition übergab der Kläger der Werbeagentur auf CD und erhielt dafür € 1.500,00 und zwei Flaschen Champagner.

 

Doch der Champagnerseligkeit folgte die Ernüchterung: Weil er die weltweit bekannte Werbemelodie „McDonalds – Ich liebe es“, die auf ihn zurückgehe, nicht zur Veröffentlichung freigegeben habe, verklagte der Komponist McDonalds auf Auskunft über die Nutzung der Melodie und Feststellung eines Schadensersatzanspruches.

 

Die Beklagte hingegen wollte von einer Urheberrechtsverletzung nichts wissen: Es sei für den durchschnittlichen Hörer nahezu unmöglich, aus dem vom Kläger geschaffenen Rap eine Tonfolge herauszuhören. Außerdem sei kein einziger Ton der Komposition des Klägers identisch mit ihrem Audio – Logo. Die Klage müsse im Übrigen schon deshalb abgewiesen werden, weil die vom Kläger ggf. geschaffene „Melodiefolge“ kein schutzfähiges Werk im Sinne des Urheberrechts darstelle.

 

Dem folgten die Richter des Landgerichtes München I mit dem am 18.08.2010 verkündeten Urteil (Az. 21 O 177/09. Darin heißt es: „Die Kammer, die das aufgrund ihrer musikalischen Allgemeinbildung ohne Hinzuziehung eines Sachverständigen beurteilen kann, ist … der Auffassung, dass die „Melodie“, auf die in der Produktion des Klägers der Text „McDonalds – Ich liebe es“ gerapt wird, keine persönliche geistige Schöpfung im Sinne von § 2 Abs. 1 Nr. 2 UrhG darstellt, weil ihr die hierfür erforderliche Schöpfungshöhe fehlt. … Beide Melodiefolgen, auf die bei der Komposition des Klägers der Text „Ich liebe es“ gerapt wird, sind … so sehr von dem natürlichen Sprechduktus vorgegeben, dass sie nicht die erforderliche Schöpfungshöhe aufweisen. Was die drei Töne angeht, auf die in der Komposition des Klägers der Textteil „McDonalds“ gerapt wird, so ist diese, da sie lediglich aus einer Terz und einer Sekunde besteht, zu simpel, um die erforderliche Gestaltungshöhe zu erreichen.“

 

 

Quelle: Pressemitteilung Nr. 24/10 des Landgerichtes München I vom 18.08.2010

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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