Urheberrecht

LG Berlin: Kein Schmerzensgeld bei Preisgabe der Lächerlichkeit

Dem Teilnehmer eines Sendeformates, dessen Sinn es ist, dass der Teilnehmer sich zur Erheiterung des Publikums lächerlich macht, steht kein Schmerzensgeldanspruch dafür zu, dass er seine Hand unwissentlich in mit Urin versetztes Badewasser hält.

Die Widerklägerin nahm an einem Sendeformat teil, in dessen Rahmen die prominenten Teilnehmer wie im Mittelalter auf einer Burg in Gruppen, nämlich „Pöbel“ und „Adel“ eingeteilt leben sollten. Sie gehörte zu der Gruppe „Adel“ und verlangte von dem Widerbeklagten, der der Gruppe „Pöbel“ angehörte, die Zubereitung eines heißen Bades. Bei der Zubereitung des Bades urinierte der Widerbeklagte in das Bad. Bevor die Widerklägerin in das Bad stieg, informierten andere Teilnehmer sie über die Verunreinigung. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie jedoch schon ihren Arm in das Becken gehalten. Die Widerklägerin forderte nunmehr im Rahmen der von ihr erhobenen Widerklage ein Schmerzensgeld in Höhe von € 9.500,00 gemäß § 823 Abs. 1 BGB in Verbindung mit Art. 1 Abs. 1, Art. 2, Abs.1 Grundgesetz, da sie sich der Lächerlichkeit preisgeben sah. Das Landgericht verneinte einen derartigen Schmerzensgeldanspruch mit der Begründung, die Widerklägerin sei durch das Verhalten des Widerbeklagten nicht in besonderer Art und Weise der Lächerlichkeit preisgegeben worden, da das ganze Sendeformat darauf ausgelegt gewesen sei, sich zur Belustigung des Publikums bloßstellen und entwürdigen zu lassen. So mussten sich die Teilnehmer beispielsweise leicht bekleidet teern und federn oder auch in Käfige sperren lassen. Die Widerklägerin sei zudem im Rahmen dieses Sendeformats freiwillig in einen Bottich mit Tierfäkalien gestiegen, so dass unklar sei, weshalb sie durch die Berührung mit urinverdrecktem Wasser der Lächerlichkeit preisgegeben worden sei.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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