Internetrecht

Legale Online-Angebote und Blu-rays beleben Videokaufmarkt

Der Siegeszug der Blu-ray-Discs und das erweiterte legale Online-Angebot für Filme helfen dem einst schwächelnden Videokaufmarkt weiterhin auf die Sprünge. Dies gibt der Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV) in einer Pressemitteilung bekannt.

Im ersten Halbjahr 2011 hat die deutsche Videoindustrie einen Kaufmarktumsatz von 593 Mio. Euro erreicht und liegt somit etwas hinter dem Ergebnis vom gleichen Zeitraum 2010 (610 Mio. Euro), so die Zahlen GfK Panel Services Deutschland. Grund hierfür sei der rückläufige Durchschnittspreis von nun 11,30 Euro (1. Halbjahr 2010: 11,74 Euro).

Rekordabsatzzahlen

Bei den Absatzzahlen hingegen kann ein neuer Rekord verbucht werden: Insgesamt wurden 50,7 Mio. DVDs und Blu-rays verkauft, hinzu kommen 1,7 Mio. verkaufte Einheiten über legale Online-Plattformen (2010: insgesamt 52,0 Mio. verkaufte filmische Inhalte).

Vor allem der Umsatz mit Blu-rays ist stark gestiegen und liegt erstmalig im dreistelligen Mio. Bereich: Wurden im ersten Halbjahr 2010 noch 82 Mio. Euro mit Blu-rays umgesetzt, liegt der Umsatz im gleichen Zeitraum 2011 bei 104 Mio. Euro. Dies entspricht gut einem Sechstel der Gesamteinnahmen.

DVD immer noch beliebtestes Medium

Die steigende Beliebheit des High-Definition-Mediums schlägt sich allerdings auf den Umsatz des DVD-Geschäfts nieder, der in diesem Jahr einen Rückgang von 8% (von 517 Mio. Euro auf 474 Mio. Euro) einstecken muss. Dennoch ist die DVD weiterhin das beliebteste Medium, macht sie doch 83,5% aller verkauften Einheiten aus (43,8 Mio. DVDs). Die Blu-ray kommt auf einen Anteil von 13,3 % (7 Mio.) und die Online-Verkäufe liegen bei 3,2% (1,7 Mio.). Der Umsatz der Online-Angebote ist von 12 Millionen Euro auf 14 Mio. Euro gestiegen

Der insgesamt meistverkaufte Film des ersten Halbjahres 2011 war „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 1“, gefolgt von „The Expendables“ und „Inception“, so die Meldung des BVV.

Auswirkungen auf den Verleihmarkt

Die steigende Nachfrage nach Blu-rays und legalen Internetangeboten hat auch Auswirkungen auf den Verleihhandel, auch wenn die Zahl der Verleihvorgänge gegenüber des Vorjahres leicht gesunken ist (erstes Halbjahr 2010: 48,9 Mio.; 2011: 48,6 Mio. Transaktionen). Da allerdings die Online-Vermietvorgänge durchschnittlich 3,47 Euro gekostet haben und so weit über dem Durchschnitt der physischen Verleihvorgangs lagen (2,32 Euro), konnte der Verleihmarkt einen Umsatzanstieg von 120 Mio. Euro (2010) auf 121 Mio. Euro für sich verbuchen.

Die Einnahmen aus der Blu-Ray Vermietung sind von 9 Mio. Euro (im 1. Hj. 2010) auf € 16 Mio. Euro angewachsenen und auch der starke Anstieg der Nutzung legaler Online-Verleihportale von 2,7 Mio. Transaktionen 2010 auf 4,2 Mio. (+58%) schlägt sich auf die Einnahmen nieder: der Online-Umsatz im Verleihbereich beträgt in diesem Jahr bereits 15 Mio. Euro (nach 9 Mio. im 1. Hj. 2010).

Rafaela Wilde ist Partnerin der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und beratende Justiziarin des Film- und Medienverbands NRW e. V. Sie vertritt bereits seit Jahren erfolgreich die Interessen von Film- und Fernsehproduzenten gegenüber der Landesregierung NRW, den Fernsehsendern und anderen Wirtschaftspartnern.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (Noch keine Bewertungen)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.