Urheberrecht

Leermedienabgabe: Trägermedien zum Anfassen?

Ja, liebe Kinder und junge Erwachsene der I-Pod Generation, diese gibt es noch. Zwar werden diese früher oder später durch Online-Dienste abgelöst, jedoch zurzeit existieren sie sehr wohl noch. Und es gibt auch Folgendes: Die Leermedienabgabe.

© liveostockimages-Fotolia


In den 60er Jahren eingeführt, um dem Dilemma der Vervielfältigung von Tonträgern nachzukommen. Man erlaubte die Privatkopie und schaffte durch eine clevere Idee einen Ausgleich. Es wurde eine Abgabe auf Kopierer und Tonbandgeräte verabschiedet, welche schlussendlich über die Verwertungsgesellschaften an die Urheber ausgeschüttet wurde.

Man(n) durfte also seine geliebte Beatles Schallplatte auf ein Tonband kopieren, dafür musste man eben für das gekaufte Tonband einen leicht erhöhten Preis in Kauf nehmen.

Doch der Fortschritt brachte rasante Änderungen mit sich. Der Personal Computer verbreitete sich und plötzlich hatte beinahe ein jeder auch einen Brenner zuhause. Anstatt in Echtzeit Dinge zu überspielen, konnte man dies nun in einem Bruchteil der Zeit vollbringen. Aufgrund jeder Neuerung in diesem Bereich wurde die Leermedienabgabe ausgeweitet.

Neben dem Gesetzgeber jedoch reagierte selbstredend auch die Industrie auf den technischen Fortschritt. Es wurde der Kopierschutz eingeführt. Für DVD´s und Blue-Ray´s beispielsweise gibt es diesen immer noch. Kauft man einen Film und möchte sich eine Privat-Kopie erstellen, ist dies in der Regel nicht ohne die Umgehung des Kopierschutzes möglich. Rund 17 Cent zahlt man nichts desto trotz für einen DVD Rohling.

Der Kopierschutz ist gemäß § 95a UrhG geschützt. Wer diesen austrickst, macht sich in aller Regel des Schadensersatzes pflichtig und doch muss man weiterhin für die meisten Leermedien eine Abgabe leisten.

Das Paradoxe daran ist, dass man einen Ausgleich für die Vervielfältigung zahlt, jedoch exakt dieses Verhalten zu verbieten versucht wird.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

Gefällt Ihnen der Artikel? Bewerten Sie ihn jetzt:

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (1 Bewertungen, Durchschnitt: 1,00 von 5)

RSSKommentare (0)

Kommentar schreiben

Kommentar schreiben

Mit dem Absenden des Kommentars erklären Sie sich mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden.