Urheberrecht

Jay-Z gewinnt Urheberrechtsklage

Eine gegen Musiker Jay-Z erhobene Urheberrechtsklage wurde am Mittwoch abgewiesen. Der US-Rapper wurde beschuldigt unberechtigt Teile eines fremden Liedes verwendet zu haben.

Ein Neffe des ägyptischen Komponisten Baligh Hamd  warf Jay-Z sowie seinem Produzenten Timberland vor, Teile des Stückes „Khosara Khosara“ in dem Song „ Big Pimpin“ ohne Berechtigung verwendet zu haben. „Big Pimpin“ war im Jahre 2000 weltweit ein großer Erfolg. Zwar hatte Jay-Z vor Verwendung der Klänge eine Lizenz eingeholt, doch hätte er nach Auffassung des Neffen auch bei diesem selbst eine Genehmigung einholen müssen. Der klagende Neffe Osama Ahmed Fahmy hatte jedoch zuvor seine Musikrechte an einen Verlag verkauft.

US-Gericht weist Klage ab

Nach Aussagen der Richterin Christina A. Snyder bestehe kein Recht die Klage weiter zu verfolgen. Das US-Gericht hatte seine Entscheidung getroffen, nachdem es sich von ägyptischen Rechtsexperten hatte beraten lassen.

Kein moralisches Recht

Tatsächlich entsprechen einzelne Passagen in „Big Pimpin“ zumindest teilweise dem mehr als 50 Jahre alten Lied aus Ägypten.  Für die Verwendung von Tonfolgen muss ein Künstler grundsätzlich die Genehmigung des Komponisten oder seiner Erben einholen. Mit dem Verkauf seiner Musikrechte an einen Verlag hat Osama Ahmed Fahmy aber nach Auffassung der Beklagten seine Klagerechte verloren. Eine zusätzliche Genehmigung vom Erben selbst soll in einem solchen Fall nicht mehr erforderlich sein. Dieser Auffassung stimmt das US-Gericht zu. Ein wie vom Kläger eingefordertes, „moralisches Recht“ erkennt das Gericht nicht an. Die vorliegende Musiklizenz ist demnach ausreichend.

Internationale Aufmerksamkeit

Da wichtige Fragen des internationalen Urheberrechts behandelt wurden, wurde dem Fall weltweit große Aufmerksamkeit geschenkt. Jay-Z und Timberland sind aber nicht die einzigen Künstler, denen in diesem Jahr Urheberrechtsverletzungen vorgeworfen wurden.  Noch vor wenigen Monaten mussten sich auch Robin Thicke und Produzent Pharrel Williams  gegen eine Urheberrechtsklage vor einem US-Gericht verteidigen. Diese hatten im Gegensatz zu Jay-Z und Timberland aber weniger Glück: Das Gericht verurteilte die Künstler zur Zahlung von Schadensersatz in Millionenhöhe. (CaT)

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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