Urheberrecht

Stairway to Heaven kein Plagiat – Led Zeppelin gewinnt Prozess

Diese Frage soll nun am 10. Mai vor Gericht geklärt werden. Mitglieder der 60er-Psychedelia-Band Spirit hatten die Musiker von Led Zeppelin verklagt. Der Vorwurf: Die Gittarenmelodie der Hitsingle „Stairway To Heaven“ sei von einem ihrer Songs abgekupfert worden, der bereits 1968 veröffentlicht wurde. Sollte sich dieser Vorwurf erhärten, könnte es für Led Zeppelin teuer werden.

[UPDATE 24.06.2016]: Am Donnerstag, den 23.06.2016 entkräftete das zuständige Gericht in den USA die Plagiatsvorwürfe gegen Led Zeppelin sich bei dem legendären Intro ihres Songs am Spirit-Song Taurus bedient zu haben. Ein Nachlassverwalter des Komponisten Randy Wolfe hatte dies den Gründungsmitgliedern von Led Zeppelin vorgeworfen. Konkret ging es um eine Sequenz von knapp 15 Sekunden. Die Jury urteilte jedoch nun, dass sich die Songs nicht „wesentlich ähneln“ würden. Wolfe wird somit nicht im Songwriting von Stairway to Heaven genannt. So bleiben die eingespielten Millionen in den Händen von Led Zeppelin. [UPDATE ENDE]

Kommt der Gegner mit seiner Klage durch wird der Song dieses Jahr vorerst nicht neu veröffentlicht. Zudem soll ein bereits verstorbenes Mitglied von Spirit als Miturheber erwähnt werden.

Wann liegt nach deutschem Urheberrecht ein Plagiat vor?

Ob ein Plagiat vorliegt hängt zunächst an der Einordnung des Musikstücks als Werk ab. Nach § 2 Abs. 2 UrhG sind Werke nur persönliche geistige Schöpfungen. Liegt eine persönliche geistige Schöpfung vor, genießt das Musikstück Schutz gemäß dem Urheberrecht. Davon erfasst werden auch die Einzelrechte über die Vervielfältigung, Verbreitung, Bearbeitung und Umgestaltung des geschützten Werkes. Das betrifft das Stück im Ganzen wie auch in Teilen, wenn diese für sich schutzfähig sind.

Liegt ein solches Werk vor, dann sind jedwede Kopien und Bearbeitungen urheberrechtswidrig, wenn diese nicht mit Einwilligung des Urhebers erfolgen. Regelmäßig liegt ein Verstoß gegen §13 UrhG vor. Die Norm bestimmt, dass der Urheber das Recht auf Anerkennung seiner Urheberschaft am Werk hat. Er kann bestimmen, ob das Werk mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.

Es kann richtig teuer werden

Plagiate können hohe Schadensersatzansprüche nach sich ziehen. Die Höhe des Schadensersatzes bemisst sich dabei nach der sogenannten fiktiven Lizenzgebühr. Led Zeppelin hat den strittigen und sehr erfolgreichen Song vor 43 Jahren veröffentlicht. Insofern wäre der Schadensersatz hier immens.

Selbstverständlich werden wir Sie hier über den Ausgang des Verfahrens informieren.

Renate Schmid war viele Jahre als Syndikusanwältin für die TV-Produktionsfirma Sony Pictures Film und Fernseh TV GmbH tätig, bevor sie 2014 zur Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE wechselte. Sie verfügt über eine fundierte Erfahrung in vielen Bereichen der nationalen und internationalen Urheberrechts- und Lizenzverträge.

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RSSKommentare (1)

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  1. Arne Bratz sagt:

    Hallo, ist nach 43 Jahren, in denen man offenbar nichts gesagt hat, nicht so was wie gewohnheitsrecht, bzw. Verjährung eingetreten?

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