Urheberrecht

Hohe Abgaben auf externe Festplatten laut Studie nicht gerechtfertigt

Wer in Deutschland ein Speichermedium, z.B. einen PC oder eine Festplatte kauft, zahlt auch bestimmte Pauschalabgaben an Verwertungsgesellschaften mit. Diese sind im Kaufpreis bereits inbegriffen. Sinn und Zweck dieser Regelung ist es, den Rechteinhabern einen finanziellen Ausgleich für das legale Kopieren von urheberrechtlich geschützten Dateien zu bieten.


Doch laut einer Studie der GfK, die der Hightech-Verband Bitkom in Auftrag gegeben hat, werden externe Festplatten kaum zum Speichern von Musik, Videos und anderen geschützten Dateien verwendet. Gerade einmal 3 Prozent des Speicherplatzes werden laut der Studie für vergütungsrelevante Privatkopien genutzt.

 
Bitkom kritisiert, dass tatsächliche Nutzung und Abgabe in einem unangemessenen Verhältnis zueinander stehen: „Für diese durchschnittlich 3 Prozent des Speicherplatzes externer Festplatten sollen nun 7 beziehungsweise 9 Euro Abgaben pro Stück erhoben werden. Die Forderungen der Verwertungsgesellschaften für Abgaben auf externe Festplatten stehen in keinem Verhältnis zur tatsächlichen Nutzung.“ sagte Bitkom-Chef Dieter Kempf.

 
Im November 2011 haben die Verwertungsgesellschaften rückwirkend zum 01.01.2008 neue Tarife für den Verkauf von externen Festplatten festgesetzt. Danach fallen für Festplatten unter 1 Terrabyte 7 €, für solche mit einer Größe von über 1 Terrabyte 9 € Abgaben an die Verwertungsgesellschaften an.

 
Laut Studie der GfK besitzen 32 Prozent der Deutschen eine externe Festplatte. Die durchschnittliche Speicherkapazität einer Festplatte beträgt 607 Gigabyte. Davon sind 55 Prozent ungenutzt. 24 Prozent des Speicherplatzes entfallen auf Sicherungskopien. 8 Prozent werden für berufliche Zwecke genutzt und ca. 7 Prozent entfallen auf privat erstellte Dateien wie Fotos, Videos oder Briefe, für die keine Abgaben erhoben werden dürfen. Somit verbleiben nur 6 Prozent Speicherplatz für Privatdateien wie Musikalben oder Videofilme. Ca. 3 Prozent hiervon sind nach Auffassung der Industrie nicht vergütungspflichtig, da es sich z.B. um bereits lizenzierte Kopien von Musik-Downloads handelt. Die andere Hälfte, d.h. ca. 3 Prozent der Festplatte, werden für vergütungsrelevante Privatkopien genutzt.

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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