Urheberrecht

Helene Fischer Song-Parodie verboten

Der PSR Moderator Steffen Lukas ist bekannt für seine Chart Hits Parodien und parodierte diesmal das bekannte Lied der Sängerin Helene Fischer „Atemlos durch die Nacht“. Er benannte den Titel um zu „Atemlos übern Platz“ und lud das Video bei Youtube hoch. Fast 300000-mal wurde es angeklickt. Nun wurde es gesperrt.

Musikverlag sieht Urheberrechte verletzt

Grund für die Sperrung war eine Beschwerde des Musikverlags von Helene Fischer, der die Rechte an dem Lied verwaltet. Aus Sicht des Verlags wurden durch die Parodie Urheberrechte verletzt. Insbesondere liegt ein Verstoß vor, weil der Originaltext verändert wurde. Doch ist das nicht gerade der Sinn einer Parodie das Werk zu verändern? Der Kölner Anwalt Christian Solmecke erklärt wann eine zulässige Parodie vorliegt.

Voraussetzungen für das Vorliegen einer Parodie

Es gibt zwei wichtige Voraussetzungen, die beachtet werden müssen, bevor ein Werk als Parodie bezeichnet werden kann und somit ohne Einwilligung des Urhebers veröffentlicht werden darf.

  1. Das Video muss als neues Werk qualifiziert werden können. Das Ursprungswerk darf noch erkennbar sein, aber das neu geschaffene Werk (also das Parodie-Video) muss sich ausreichend vom Ursprungswerk distanzieren und erkennbar einzelne charakteristische Elemente des Ursprungswerks ins Gegenteil verkehren.
  2. Die Musik, die das Video begleitet, darf nicht vom Originalwerk übernommen worden sein. Die Originalmelodie muss verfremdet werden. Ansonsten wird eine Lizenz benötigt. Für die Verfremdung genügen wohl bereits geringfügige Abweichungen, wie aus der verschiedenen Rechtsprechung zu entnehmen ist.

Fazit:

Ob eine Parodie vorliegt oder nicht, ist eine verdammt schwierige Abwägungsfrage im Einzelfall. Die Parodie muss sich ausreichend vom Ursprungswerk distanzieren und sich erkennbar damit auseinandersetzen. Wer vorhat im großen Stil Musikparodien zu veröffentlichen, sollte seine Werke unbedingt vorher prüfen lassen.

 

Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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