Urheberrecht

GEMA ./.YouTube: Vorschlag der Musikindustrie zu Sperrtafeln

Die Musikindustrie hat jetzt einen polemischen Gegenvorschlag zum Inhalt der bei YouTube eingeblendeten Sperrtafeln unterbreitet.

 

Musik, Musikvideo, Lizenz

© Alexander Tarasov – Fotolia

Wie wir kürzlich berichtet haben, geht die GEMA gegen den Inhalt der Sperrtafeln vor. Diese haben den folgenden vollständigen Wortlaut: „Dieses Video ist in Deutschland nicht verfügbar, weil es möglicherweise Musik enthält, für die die erforderlichen Musikrechte von der GEMA nicht eingeräumt werden.“ In den Augen der GEMA liegt darin eine gezielte Stimmungsmache. Sie wirft YouTube vor, dass sie mehr urheberrechtlich geschützte Musikvideos sperre, als die GEMA fordere. Sie hat deshalb YouTube beim Landgericht München auf Unterlassung verklagt.

 

Jetzt hat ein Vertreter der Musikindustrie die folgende Formulierung für die Sperrtafeln vorgeschlagen: „Dieses Video ist gesperrt, weil YouTube sich weigert, die Urheber der Musik in fairer Weise an seinen Millioneneinahmen zu beteiligen. Das ist schade.“

 

Der Vorschlag der Musikindustrie ist jedenfalls schärfer formuliert als der bisherige Text, weil er eine eindeutige Schuldzuweisung enthält und YouTube ausdrücklich ein unfaires Verhalten unterstellen würde. Herabwürdigende Äußerungen in Form der Schmähkritik sind gewöhnlich nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt.

 

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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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RSSKommentare (3)

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  1. Wishu Kaiser sagt:

    Und wieder einmal sieht man, dass die GEMA NICHT an einer Einigung interessiert sind, sondern YouTube einfach nur als Teufelswerk darstellen wollen. Traurig, dass ausgerechnet wir in einem Land leben, in dem mittelalterliche Unternehmen an der Macht sind.

    Das ist kein Vorschlag, den die da einreichen, das ist Spott und Meinungsmache.

    • U. Schnietz sagt:

      Die Frage ist, was hier fair ist. Ich bin durchaus dafür, dass die Musikurheber Geld für das Abspielen ihrer Musik bekommen, allerdings war die GEMA in der Vergangenheit nicht dafür bekannt, dass sie faire Preise verlangt hat.

  2. Marcel Rütjerodt sagt:

    Anstatt sich über die Nachricht zu streiten, sollen sie lieber eine Einigung finden. In anderen Ländern klappt das doch auch.

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