Urheberrecht

Gema ändert Gebührenordnung für DJs

Nicht nur in der Straßenverkehrsordnung hat es zum 1. April Neuerungen gegeben. Auch für Diskotheken ändert sich Wesentliches, denn seit Ostermontag ist der sogenannte Laptopzuschlag weggefallen. Dies hat zur Konsequenz, dass sich DJs nun selbst um die Lizenzierung ihrer Musiksammlung kümmern müssen.

GEMA, Youtube, disko

© Alexander Tarasov – Fotolia

Zuvor hatte es Tarifstreitigkeiten zwischen der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte (Gema) und den Musikveranstaltern gegeben. Zumindest vorübergehend wurde dabei eine Einigung erzielt. Nicht unbedingt zum Vorteil der in den Diskotheken auflegenden DJs, die sich nun mit dem durchaus komplizierten Lizenzierungsverfahren auseinandersetzen müssen.

13 Cent für ein Musikstück

Mit dem besagten Laptopzuschlag ist eine Zusatzgebühr gemeint: Sie entstand, wenn dem DJ erlaubt wurde, auch kopierte CDs oder Musikdateien von seinem Notebook abzuspielen. Hierdurch wurde ein um 30 Prozent höherer Gema-Tarif fällig. Die Veranstalter agierten bisher meist mit einer Pauschalabgabe. Da diese mit nicht unerheblichen Kosten verbunden war, wiesen viele Veranstalter ihre DJs an, mit Original-CDs zu arbeiten.

Da das Verfahren nicht mehr zeitgemäß war, gilt nun der Tarif VR-Ö, wodurch die DJs jährlich selbst zahlen müssen. Die Vergütung beträgt 13 Cent je Werk und je Vervielfältigung. Was sich wenig anhört, ist auf den zweiten Blick für viele DJs schwer zu stemmen:  Schon bei einem Repertoire von 10.000 Titeln sind 1.300 Euro im Jahr zu zahlen. Daneben müssen Clubs und Diskotheken natürlich weiterhin Abgaben an die Gema entrichten.

Gema seit Youtube-Streit in der Kritik

Aufgrund nach Ansicht vieler aus der Musikbranche horrender Gebühren ist die Gema seit mehreren Jahren in der Kritik. Insbesondere der Streit mit der Google-Tochter Youtube erhitzt schon längere Zeit die Gemüter. Die Verwertungsgesellschaft sieht sich für die Rechteverwertung zuständig und verlangt aktuell 0,375 Cent pro Aufruf eines jeden Videos. Das US-amerikanische Unternehmen lehnt dies kategorisch ab.

Der Streit hat zur Folge, dass viele Videos in Deutschland nicht zu empfangen sind. Da aber nach Ansicht der Gema immer noch zu viele Videos frei zugänglich sind, begehrt man 1,6 Millionen Euro Schadensersatz von Youtube. Ein Ende des Konflikts ist nicht in Sicht.
 
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Christian Solmecke ist Partner der Kanzlei WILDE BEUGER SOLMECKE und inbesondere in den Bereichen des IT-, des Medien- und des Internetrechts tätig. Darüber hinaus ist er Autor zahlreicher juristischer Fachveröffentlichungen in diesen Bereichen.

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